recap Mehrkosten für Gasverbraucher: Wie gerecht ist die Gasumlage?

Die Gasumlage kommt. Heißt: Alle Leute mit Gasanschluss werden zur Kasse gebeten. Dieses Geld geht an die Importfirmen, damit sie weiter in Betrieb bleiben und uns mit Gas versorgen können. Bundeskanzler Scholz will im Gegenzug die Mehrwertsteuer auf den Gasverbrauch senken, um die Mehrbelastung gering zu halten. Aber bringt das wirklich die große Entlastung? Und: Ist die Gasumlage so gerecht, wie Wirtschaftsminister Habeck betont hat? Das erfahrt ihr diese Woche bei recap.

Moderatorin Sarah neben einem Gaszähler
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Weil aus Russland immer weniger Gas fließt, müssen die Importfirmen in Deutschland woanders einkaufen. Das ist deutlich teurer und hat sie deshalb an den Rand der Insolvenz gedrängt. Um den Importeuren zu helfen, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Gasumlage vorgestellt. Mit 2,419 Cent pro Kilowattstunde sollen alle Verbraucher dafür sorgen, dass die Unternehmen nicht Pleite gehen.

Das sorgte in dieser Woche für ganz schön viel Kritik. Der Sozialverband VdK und Gewerkschaften etwa meinen, dass die Gasumlage nicht fair sei. Wirtschaftsminister Habeck sieht das anders:

Diese Umlage ist die gerechtmöglichste Form, die zusätzlich aufgelaufenen Kosten in der Bevölkerung zu verteilen und zu tragen. Die Alternative ist nicht keine Umlage. Die Alternative wäre der Zusammenbruch des deutschen Energiemarktes gewesen.

Robert Habeck, Wirtschaftsminister

Gerecht oder nicht?

Ökonomen sind sich weitgehend einig: Die Importeure brauchen dringend Hilfe. Auch Jens Südekum sieht das so und warnt vor Insolvenzen:

Es wäre eine Kettenreaktion. Hunderte Stadtwerken würden nicht mehr versorgt werden. Und damit in letzter Konsequenz viele tausende von Privathaushalten, die letztendlich dann keinen Zugang zu Gas mehr hätten.

Jen Südekum, Ökonom

Trotzdem: Durch die Gasumlage kommen Mehrkosten auf die Verbraucher zu - und das, während die Gaspreise sowieso schon gestiegen sind. Bundeskanzler Scholz kündigte deshalb an, die Mehrwertsteuer auf den Gasverbrauch von 19 Prozent auf 7 Prozent zu reduzieren. Eine Entlastung?

Es ist kompliziert

Berechnungen des Verbraucherportals Verivox zeigen: Die Mehrwertsteuersenkung sorgt für Entlastung. Dennoch zahlen Gasverbraucher durch die Umlage unterm Strich mehr - und das, obwohl sie ohnehin schon von den Preissteigerungen beim Gas belastet sind. Viele große Unternehmen dagegen haben oft Verträge mit jahrelanger Preisstabilität. Sie haben diese Doppelbelastung nicht in der Form.

Ist die Gasumlage also unfair? Wir schauen darauf in dieser recap-Folge. Viel Spaß beim Schauen!

Dieses Thema im Programm: recap – bei Youtube | 19. August 2022 | 17:00 Uhr

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