Flughafen Leipzig/Halle Cargologic-Flugzeuge müssen am Boden bleiben

Die deutsche Fluggesellschaft Cargologic Germany mit Sitz am Flughafen Leipzig/Halle ist von den Sanktionen gegen Russland betroffen. Die Maschinen dürfen nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums aktuell nicht abheben. Als Grund wird die Staatsbürgerschaft des Cargologic-Haupteigentümers genannt.

Eine Boeing 737 (D-ACLG) der deutschen Frachtfluggesellschaft Cargologic Germany auf dem Flughafen Leipzig Halle
Die Flugzeuge von Cargologic Germany dürfen im Moment nicht mehr abheben. Bildrechte: imago images / Christian Grube

Die deutsche Frachtfluggesellschaft Cargologic Germany mit Sitz am Flughafen Leipzig/Halle muss wegen des EU-Flugverbots für russische Flugzeuge derzeit am Boden bleiben. Wie das Bundesverkehrsministerium MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, hat das Luftfahrtbundesamt die entsprechende Zulassung bereits am 11. März ausgesetzt.

Flugbetrieb war zunächst noch möglich

Deutschland und andere EU-Staaten verbieten russischen Flugzeugen und Fluggesellschaften seit dem 28. Februar den Überflug. Cargologic Germany konnte den Betrieb noch bis zum 10. März fortsetzen.

Gebäudefront von Cargologic am Flughafen Zürich
Cargologic ist seit Herbst 2019 im Auftrag von DHL unterwegs. Bildrechte: imago images/Andreas Haas

Die Verzögerung bei der Umsetzung des Flugverbots erklärte das Bundesverkehrsministerium mit einer Prüfung der Eigentumsverhältnisse der in Deutschland registrierten Luftfahrzeuge sowie in diesem Fall einer besonderen gesellschaftsrechtlichen Konstellation des Unternehmens. Das habe zunächst eine rechtliche Klärung bei der Europäischen Kommission erforderlich gemacht.

Alexey Isaikin: doppelte Staatsbürgerschaft

Alexei Isaikin
Cargologic-Mehrheitseigner Alexei Isaikin ist auch EU-Bürger. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Hintergrund ist demnach die russische Staatsbürgerschaft des Cargologic-Mehrheitseigners und Oligarchen Alexey Isaikin. Dieser besitzt einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge neben der russischen auch die zypriotische Staatsbürgerschaft und ist somit EU-Bürger. Aufgrund seiner russischen Staatsbürgerschaft wurde die Fluggesellschaft letztendlich aber mit einem Flugverbot belegt.

Für DHL unterwegs

Cargologic Germany hatte im Herbst 2019 den Betrieb aufgenommen. Die vier Frachtmaschinen vom Typ Boeing 737 flogen zuletzt vor allem im Auftrag von DHL. Welche Auswirkungen das Flugverbot der Cargologic Germany auf das weltweite Netzwerk der Posttochter DHL haben wird, ist unklar. Sowohl DHL als auch Cargologic Germany wollten sich MDR SACHSEN-ANHALT gegenüber dazu nicht äußern.

Auch andere Flugzeuge am Flughafen Leipzig/Halle gestrandet

Durch die Sperrung des EU-Flugraums hängen auf dem Flughafen Leipzig/Halle unter anderem auch drei russische Antonov 124 fest.

MDR (Thomas Tasler,Susanne Ahrens)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 20. März 2022 | 12:00 Uhr

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