Verpackungsgesetz Erweiterte Pfandpflicht für Einwegflaschen und Dosen ab 2022

Bei vielen Getränkeflaschen und -dosen gibt es sie schon, bei anderen nicht: Die Pfandpflicht. Für die Verbraucher ist teilweise nicht durchschaubar, für welche Artikel sie gilt. Anfang des Jahres wird die Pfandpflicht ausgeweitet. Dann sollen einheitlichere Regeln für Einwegflaschen und Dosen gelten. Nachdem im Juli bereits einige Einwegkunststoffprodukte verboten wurden, soll sich das Verpackungsgesetz so weiter in Richtung Abfallvermeidung und Umweltschutz bewegen.

Einweg- und Mehrwegflaschen im Recyclinghof in Essen,
Ab 2022 sollen alle Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff pfandpflichtig sein. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Ab 1. Januar 2022 sollen Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff (bis zu drei Litern) grundsätzlich pfandpflichtig sein. Das Gleiche gilt für Getränkedosen. Das liest man in der Erklärung der Bundesregierung zur Änderung des Verpackungsgesetzes. Gab es bisher noch Ausnahmen für Fruchtsäfte oder alkoholische Mischgetränke, fallen diese nun weg. Bis 1. Juli 2022 dürfen die "im Verkehr befindlichen Getränkeverpackungen" noch pfandfrei verkauft werden, danach ist Schluss.

Wie viel Cent Pfand werden erhoben?

Für Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff werden einheitlich 25 Cent Pfand erhoben. Zudem gibt es ein einheitliches Dosenpfand von 25 Cent. Ausnahmen gibt es bei Milch- und Milchmischgetränken. Dort greift die Pfandpflicht erst ab 1. Januar 2024. Getränkekartons wie etwa Tetra Paks bleiben pfandfrei. Sie gelten aufgrund ihrer Recyclingfähigkeit als umweltfreundlich.

Weitere Pläne für Abfallvermeidung

Seit 2003 wird in Deutschland auf bestimmte Einweg-Getränkeflaschen Pfand erhoben. Bei vielen Getränkeverpackungen, z.B. bei Fruchtsäften oder Milcherzeugnissen, gab es lange Zeit Ausnahmen. Das soll das überarbeitete Verpackungsgesetz ändern und somit auch eine bessere Übersichtlichkeit für den Verbraucher schaffen. Darüber hinaus sollen Anreize geschaffen werden, häufiger auf Mehrwegverpackungen zurückzugreifen.

Für die nächsten Jahre ist noch mehr geplant. Ab 2023 sollen durch das Verpackungsgesetz Lieferdienste und die Gastronomie verpflichtet werden, Mehrwegbehälter anzubieten. Ausnahmen gelten dabei für kleinere Betriebe. In den darauffolgenden Jahren soll außerdem der Recyclinganteil in Einweggetränkeflaschen erhört werden. In Deutschland entstehen laut Bundesregierung täglich 770 Tonnen Verpackungsmüll durch Einwegverpackungen zum Mitnehmen.

Infografik zum Thema: Schritte zur Abfallvermeidung
In den nächsten Jahren plant die Bundesregierung mehrere Maßnahmen zur Abfallvermeidung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Verpackungsgesetz erntet nicht nur Lob

Im Juli war das Europäische Einwegplastikverbot in Kraft getreten, was die Herstellung von Einwegbesteck, Wattestäbchen und anderen Einwegartikeln verbietet. Auch mit den jetzigen Neuregelungen im Verpackungsgesetz setzt man EU-Recht um, heißt es auf der Internetseite der Bundesregierung.

Dem Naturschutzbund geht die neue Pfandpflicht nicht weit genug. Positiv sei, dass die Vermüllung der Umwelt durch das Pfandsystem abgenommen habe. Der sogenannte Pfandschlupf - der entstehe, wenn Kunden ihren Flaschenpfand nicht zurückgeben - beschere der "Einwegindustrie ein Milliardengeschäft", so der NABU. Diese Einnahmen sollen "nicht der Wirtschaft, sondern dem Umwelt- und Ressourcenschutz zugute kommen", so die Forderung.

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