Autobranche Zwickau: Letzter VW mit Verbrennungsmotor vom Band gerollt

Im Zwickauer Volkswagen-Werk ist am Freitag die Ära der Verbrennungsmotoren zu Ende gegangen: Der letzte Benziner rollte vom Band, nun sollen nur noch E-Autos hergestellt werden.

Der letzte Verbrenner, der am Freitag in Zwickau vom Band lief, war ein Golf Variant. Der erste, beim Produktionsstart vor ziemlich genau 30 Jahren, war ein weißer Polo. Für VW und den Autostandort Zwickau sei der heutige Tag ein bedeutender Einschnitt, ließ Reinhard de Vries, VW-Chef in Sachsen, schriftlich mitteilen:

Für uns ist es, im wahrsten Sinne, ein historischer Tag. Wir bauen ja hier in Zwickau seit über hundert Jahren Automobile und es waren über hundert Jahre Verbrennermotoren. Wir schreiben heute Automobilgeschichte – und nicht nur für Zwickau.

Reinhard de Vries, VW-Chef in Sachsen

Damit kann nun auch die letzte Montagelinie im Zwickauer Stadtteil Mosel auf E-Fahrzeuge umgerüstet werden – und VW den Umbau vom Werk für Autos mit Verbrennungsmotoren zum reinen Elektroautowerk abschließen. Ein Umbau, der insgesamt mehrere Jahre in Anspruch genommen hat.

Der "ID3" soll aus Zwickau kommen

Volkswagen wird in Zukunft in Zwickau den ID3 herstellen, ein Elektroauto, das das Massenpublikum ansprechen soll und das in dem Werk seit November in Serie montiert wird. Die Produktion des ID3 soll nach und nach auf 1.500 Fahrzeuge am Tag ausgebaut werden. Jedoch: Momentan laufen deutlich weniger E-Autos vom Band als geplant. Das liegt zum einen an der Coronakrise und an den strengen Abstands- und Hygieneregeln, die ein schnelleres Arbeiten einschränken.

Zum anderen liegt die Kundennachfrage noch unter den Erwartungen, erklärte VW-Markenchef Ralf Brandstätter: "Es macht ja nur Sinn, Fahrzeuge zu produzieren, wenn dann auch der Verkauf anspringt. Wir werden in den folgenden Wochen unsere Produktion immer wieder an die aktuelle Nachfrage anpassen."

VW setzt voll auf die Elektro-Karte

Im September soll der ID3 auf den Markt kommen. Volkswagen setzt damit seine Hoffnungen voll und ganz auf Elektroautos, nachdem der Wolfsburger Konzern im Dieselskandal zuletzt recht chaotische Jahre erlebte. Vor wenigen Tagen entging Vorstandschef Herbert Diess angeblich nur knapp einem Rauswurf, berichteten mehrere Medien.

Und dann kam im Mai auch noch ein Skandal hinzu, über einen rassistischen Instagram-Werbespot. Der zeigte, wie eine übergroße weiße Hand einen Schwarzen aus dem Bild schnippste, Buchstaben flogen so angeordnet ins Bild, dass kurz das Wort "Neger" zu sehen war.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 26. Juni 2020 | 21:45 Uhr

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