Wintersport Skigebiete planen Energieeinsparung im Winter

In vielen Wintersportgebieten wird darüber nachgedacht, welche Auswirkungen die Energiekrise auf die Skisaison haben wird und wie Energie gespart werden kann. In Österreich und in der Schweiz wird das Angebot reduziert und die Preise werden steigen. Auch in Oberwiesenthal in Mitteldeutschland wird der Preis für den Skipass angehoben.

Wintersportler sind beim Flutlicht-Skifahren im Skigebiet am Kaltenhagen auf der Abfahrtstrecke
Nachtskiläufe werden in einigen Skigebieten in diesem jahr vermutlich nicht möglich sein. Bildrechte: dpa

Der Skiurlaub in der Schweiz könnte diesen Winter ein bisschen unkomfortabler ausfallen als sonst. Eventuell können sich die Gäste an den Seilbahnstationen nur noch mit kaltem Wasser die Hände waschen, auch geheizt werden dürfte dort weniger. Zwei Maßnahmen aus einer ganzen Palette, mit der der Schweizer Bergbahnenverband Energie sparen will.

Im Nachbarland Österreich stellt man ähnliche Überlegungen an, berichtet unser Korrespondent Jean-Marie Magro aus Wien: "Zum einen sagt man, man könnte auf etwa zehn Prozent Kunstschnee verzichten. Zum anderen könnte man weniger Gondeln einhängen oder Nachtskiläufe ganz streichen." Auch die Ticketpreise würden wahrscheinlich sehr viel höher.

Reduziertes Angebot auch in Oberwiesenthal

Weniger Angebot und dafür teurer – das zeichnet sich auch im Skigebiet Oberwiesenthal, dem größten in Mitteldeutschland, ab. Auch hier können Wintersportlerinnen und –sportler normalerweise Nachtskifahrten unter Flutlicht machen. Komplett streichen will der Geschäftsführer der Fichtelberg Schwebebahn, René Lötzsch, dieses Angebot nicht. Aber reduzieren – um etwa zehn bis 15 Prozent. "Was natürlich auch sehr große Energiekosten sind, das ist die Kühlung der Kunsteisbahn. Dort kann man an den Betriebszeiten – natürlich nicht am Tag – sondern eher in der Länge der Saison etwas kürzen", sagt Lötzsch.

Auch die Beschneiungsanlage ist ein echter Stromfresser. Auf die könne Lötzsch aber nicht verzichten, sagt er. Der offizielle Start liege nämlich mittlerweile schon beim dritten Advent, also weit im Dezember. Wenn dann noch kein Schnee von oben kommt, muss Kunstschnee her – später gehe auf keinen Fall. Denn über Weihnachten würden ein Drittel der Gesamtumsätze der Wintersaison generiert: "Man hat uns jetzt zwei Jahre Weihnachten und Silvester die Geschäfte genommen aufgrund von Corona, und wir sind wirtschaftlich natürlich auch schwer geschädigt. Deswegen können wir das nicht freiwillig hergeben", sagt Lötzsch.

Sebastian Kleiner von Nordheim, Skilanglauf-Trainer des DSV am Sportgymnaiusm Oberhof 14 min
Bildrechte: MDR/Andreas Kehrer

Skipass wird zwei Euro teurer

Auch beim Verband Deutscher Seilbahnen VDS rechnet man mit einem Saisonstart zwischen Mitte Dezember und Beginn der Weihnachtsferien. Auf Nachfrage dort kommt nur ein schriftliches Statement. Darin heißt es, die Unternehmen prüften für alle Bereiche des Seilbahnbetriebs, ob es noch Potenzial zum Energiesparen gebe: "Dazu zählen eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit, ein Abschalten der Sitzheizungen, aber auch Einschränkungen bei der Beleuchtung und Innenraumtemperaturen."

Die einzelnen Gondeln an der Bahn seien kein großer Kostenfaktor, sagt dagegen René Lötzsch von der Fichtelberg Schwebebahn. Ihre Anzahl zu reduzieren oder seltener zu fahren, das wäre für ihn auch den Unmut unter den Gästen nicht wert, die dann länger anstehen müssten. Zumal der Skipass auf jeden Fall teurer werde dieses Jahr: Voraussichtlich um zwei Euro, damit liege man dann bei knapp 40 Euro für einen Tagespass am Fichtelberg.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 18. August 2022 | 06:00 Uhr

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