Engpässe Apotheken müssen wegen Medikamentenmangel improvisieren

Wenn Medikamente nicht geliefert werden oder knapp sind, müssen Apotheken improvisieren. Es ist etwa möglich, andere Hersteller zu suchen, Präparate neu zu dosieren oder Wirkstoffe komplett zu ändern. In einigen Fällen kommt es dazu, dass Kundinnen und Kunden deutlich mehr zahlen oder zuzahlen müssen als sonst.

Medikamente in einem Regal
Viele Medikamente sind zur Zeit nicht oder schwer lieferbar. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Zahlreiche Medikamente sind derzeit nur begrenzt verfügbar. Zu den Ursachen gehören nach Angaben der Deutschen Apothekerverbände lange Transportwege wegen Billigproduktionen in Asien sowie Hamsterkäufe.

Mit den Engpässen müssen Apothekerinnen und Apotheker wie Lars Mohrenweiser umgehen. Mohrenweiser leitet die Sonnen-Apotheke in Magdeburg. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass in seiner Apotheke derzeit zwei Angestellte nur damit beschäftigt sind, zu telefonieren und zu organisieren, dass die Lager gefüllt bleiben.

Wie eine Apotheke improvisiert

Fehlt ein Medikament, würde Mohrenweiser zunächst einen anderen Hersteller suchen.

Dann würde er das Medikament in anderer Stärke suchen und neu dosieren. Das führe aber zu Problemen: Patientinnen und Patienten müssen gegebenenfalls zweimal die Zuzahlung übernehmen. Zudem sei die Gefahr höher, dass ein Medikament falsch dosiert eingenommen wird.

Oft ist es nach Angaben von Mohrenweiser sogar nötig, andere Wirkstoffe zu verwenden. Dafür müssten aber Absprachen mit Ärzten getroffen werden, die neue Rezepte ausstellen. Das binde Zeit und Kapazitäten.

Fiebersäfte für Kinder seien zum Beispiel schwer erhältlich. Apothekerinnen und Apotheker müssen auf Zäpfchen umsteigen, oder auf Tabletten und Pulver, die kindgerecht dosiert und verabreicht werden müssen.

Teils nur teure Präparate erhältlich

Probleme gibt es laut Mohrenweiser auch für Diabetikerinnen und Diabetiker, die eine Insulinpumpe benutzen: Wenn kein Insulin geliefert werde, führe das zu einer größeren Umstellung, die nicht so einfach möglich sei.

Bei einigen Präparaten führen Lieferengpässe auch dazu, dass Medikamente deutlich teurer werden. Mohrenweiser erzählt, dass beispielsweise für ein gängiges Präparat zur Behandlung von Gürtelrose normalerweise sechs Euro zugezahlt werden müssten. Da es nicht lieferbar sei, müssten die Kundinnen und Kunden das teurere Original kaufen und 65 Euro zuzahlen.

MDR (Guido Hensch,Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. Dezember 2022 | 12:00 Uhr

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