Corona-Lage | 9. November 2021 Sachsen-Anhalts Corona-Inzidenz erstmals deutlich über 200

Die Corona-Zahlen in Sachsen-Anhalt steigen weiter und liegen weiter auf dem Niveau des Bundesschnitts. Erstmals war dieser Wert in der vergangenen Woche erreicht worden. Regional bleiben die Zahlen unterschiedlich, wobei der Altmarkkreis Salzwedel erneut einen traurigen Rekord einfährt. Die Lage im Überblick:

Inzidenz wieder auf Bundesschnitt

Die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt steigt weiter. Den Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Morgen zufolge liegt das Land weiter gleichauf mit der bundesweiten Inzidenz, die mit 213,7 angegeben wird. Deutschlandweit ist es ein Rekordwert. Für Sachsen-Anhalt ist diese Zahl aus weiteren Gründen bemerkenswert:

  • Im Vergleich zum Wert der Vorwoche ist dies ein Inzidenz-Sprung von 74,5 nach oben, was ein starkes Wachstum bedeutet. Allein im Vergleich zum Vortag ist es ein Plus von 25,6.
  • Erstmals seit 288 Tagen wird für Sachsen-Anhalt wieder eine Inzidenz von über 200 ausgewiesen.
  • Der Abstand zum Inzidenz-Spitzenwert für Sachsen-Anhalt schwindet. Er wurde am 15. Januar 2021 mit 243,1 erreicht.
  • Seit dem 19. Mai 2021 lag die 7-Tage-Inzidenz Sachsen-Anhalts unter dem Bundesschnitt, am 3. November dann erstmals wieder über dem Bundesdurchschnitt, Zuvor hatte der Wert fast sechs Monate am Stück über der deutschlandweiten Inzidenz gelegen.
  • Wichtig: Die Inzidenz ist längst entkoppelt von der Zahl der Erkrankten. Doch auch auf den Intensivstationen sind die Werte alles andere als entspannt.

Rekordwert im Altmarkkreis

Ebenso auffällig ist das Auseinanderklaffen der Inzidenzen auf Landkreisebene. Auch hier gibt es einen neuen Rekord zu verzeichnen. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 460,8 bleibt der Wert im Altmarkkreis Salzwedel auf einem Allzeithoch. Auch in keinem anderen Landkreis Sachsen-Anhalts wurde jemals ein höherer Wert ermittelt. Für den benachbarten Landkreis Börde gab das RKI am Dienstag eine Inzidenz von 72,1 an.

Inzidenz ist nicht mehr entscheidend

So eindrucksvoll die steigenden Inzidenzen und neuen Höchstwerte auch sind, ihre Aussagekraft ist nur noch eingeschränkt. Wegen der Impfungen ist die Inzidenz längst entkoppelt von der Zahl der schweren Corona-Fälle auf den Intensivstationen. Als Vergleichswert und Orientierung für politische Maßnahmen gilt nun die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner. Auch die Belegung der Intensivbetten ist relevant. Für die neue Corona-Landesverordnung Sachsen-Anhalts, die ab dem 13. November gilt, sah das Kabinett in einem ersten Entwurf vor, erst dann Maßnahmen durch die Kreise oder kreisfreien Städte erwirken zu lassen, wenn zu einer Inzidenz von über 100 eine Hospitalisierungsquote von über fünf oder eine Belegung der Intensivbetten hinzukommt.

Laut RKI liegt die Hospitalisierungsrate in Sachsen-Anhalt im Landesschnitt nach leichtem Anstieg aktuell bei 4,91.

Nach Angaben des Divi-Intensivregisters werden landesweit Stand Vormittag 61 Corona-Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen behandelt, 36 von ihnen müssen beatmet werden. Im Durchschnitt sind den Angaben nach pro Standort noch zwei Intensivbetten frei.

Impfquote bleibt zu niedrig

In Sachsen-Anhalt haben derzeit weiter rund 65 Prozent der Menschen einen vollständigen Impfschutz – zu wenige, um die Neuinfektionen einzudämmen.

Das zeigt sich auch beim Vergleich der 7-Tage-Inzidenz nach Impfstatus: Im ungeimpften Teil der Bevölkerung werden Corona-Infektionen aktuell deutlich häufiger registriert als bei den Geimpften.

Eine ausführliche Daten-Übersicht zur Corona-Lage in Sachsen-Anhalt und den Landkreisen und kreisfreien Städten finden Sie hier:

Quelle: MDR/André Plaul

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 09. November 2021 | 10:00 Uhr

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