Corona-Lage | 10. Januar 2022 Hilfe für Vereine, Impfquote gesteigert

Vereine in Sachsen-Anhalt bekommen zusätzliche Unterstützung. Das hat das Innenministerium bekannt gegeben. Außerdem hat die Impfquote die wichtige Marke von 70 Prozent überschritten. Derweil ist die Corona-Lage im Vergleich zum Bund aktuell etwas ruhiger. Allerdings dürften die täglichen Tests an den Schulen in den nächsten Tagen ein genaueres Bild ermöglichen.

Die Sportvereine in Sachsen-Anhalt sollen in diesem Frühjahr zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. Die Höhe sei abhängig von der Anzahl ihrer Mitglieder, teilte das Innenministerium mit. Für jedes erwachsene Vereinsmitglied soll es 10 Euro geben, für jedes Kind beziehungsweise jeden Jugendlichen 15 Euro. Mit der Initiative wolle das Land die Vereine und Verbände in der Pandemie unterstützen, sagte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU).

Tamara Zieschang
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Sie sollen durch aktive Vereinsarbeit ihre Mitglieder reaktivieren sowie neue Mitglieder gewinnen können, damit mehr Menschen in unserem Land sportlich aktiv werden.

Tamara Zieschang Innenministerin

Für das Programm stehen 4,4 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen des Landes bereit. Laut Ministerium soll außerdem der Erwerb von Trainerlizenzen in diesem Jahr unterstützt werden. Einen Bonus erhalten alle Vereine, die im laufenden Jahr einen Mitgliederwachstum erzielen können. Dieser soll ihnen Anfang 2023 ausgezahlt werden.

Impfquote übersteigt wichtige Marke

In Sachsen-Anhalt sind nun mehr als siebzig Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft.

In der frühen Phase der Pandemie galt, dass zum Erreichen der Herdenimmunität etwa zwei Drittel (rund siebzig Prozent) der Bevölkerung durch Impfung oder Infektion immun geworden sein müssten. Doch seit dem Aufkommen der ansteckenderen Delta-Variante gehen Experten nicht mehr davon aus. Inzwischen gilt eine Impfquote von 95 Prozent als nötig, um Herdenimmunität herzustellen.

In Deutschland sind allein am Sonntag rund 149.000 Impfdosen gegen Corona gespritzt worden, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Damit haben nun mindestens 59,8 Millionen Menschen (71,9 Prozent der Bevölkerung) den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze. Eine zusätzliche Boosterimpfung erhielten inzwischen mindestens 35,6 Millionen (42,9 Prozent). Diese dritte Dosis gilt als wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron.

Nicht geimpft sind 21,1 Millionen (25,4 Prozent) - darunter auch etwa vier Millionen Kinder unter vier Jahren, für die bislang kein Impfstoff zugelassen ist. Dem RKI zufolge bekamen etwa 62 Millionen (74,5 Prozent) bislang mindestens eine Spritze. Die Bundesregierung strebt eine Marke von 80 Prozent bis Ende Januar an.

Schule mit Präsenzpflicht gestartet

Während in mehreren Bundesländern die Schule bereits angelaufen war, ist der Unterricht in Sachsen-Anhalt erst an diesem Montag gestartet. Damit beginnen nach den dreiwöchigen Weihnachtsferien auch wieder die regelmäßigen Testungen der Schülerinnen und Schüler.

Es gilt die Präsenzpflicht. In den Klassenräumen muss Maske getragen werden. Am Ende dieser ersten Schulwoche will das Bildungsministerium die Lage bewerten und die Maßnahmen gegebenenfalls anpassen.

Corona-Inzidenz im Bundesvergleich niedrig

Das erfasste Corona-Geschehen in Sachsen-Anhalt ist Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge geringer als bundesweit. Für das Bundesland meldete das RKI am Montag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 270,1. Zum Vergleich: Vor einer Woche hat der Wert noch 289,7 betragen. Bundesweit wurden 375,7 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst.

Die höchste Corona-Inzidenz in Sachsen-Anhalt gab das RKI am Montag für den Landkreis Stendal mit 315,0 an, gefolgt von Halle mit 314,5 und Magdeburg mit 307,1. Den Angaben zufolge hatte die Stadt Dessau-Roßlau mit 160,0 die niedrigste Inzidenz im Land.

Mehr Omikron-Fälle im Land

Die Zahl der nachgewiesenen Fälle der neuen Omikron-Variante betrug laut RKI am Montag 110, wie das Sozialministerium mitteilte. Davon seien bisher 12 Fälle labordiagnostisch sequenziert und 98 Verdachtsfälle mittels variantenspezifischer PCR-Tests festgestellt worden.

Gesundheitsminister beraten über vierte Imfpung

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten bei ihrer ersten regulären Konferenz in diesem Jahr voraussichtlich über eine mögliche vierte Impfung gegen das Coronavirus. Das berichtet die Deutschen Presse-Agentur. Bisher läuft in Deutschland die Booster-Impfkampagne mit Auffrischungsimpfungen. Israel impft zum Beispiel bereits das vierte Mal.

Die Gesundheitsminister wollen sich den Informationen zufolge auch über die aktuelle Infektionslage und über neue Erkenntnisse zur Omikron-Virusvariante sowie über den Stand von Corona-Tests austauschen. Zudem geht es um die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz vom Freitag und um den Stand der Impfungen bei Apotheken, Zahn- und Tierärzten. In der vergangenen Woche kamen die Gesundheitsminister bereits zu einer Sondersitzung zusammen.

REUTERS, dpa, MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 07. Januar 2022 | 07:00 Uhr

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