Corona-Lage | 29. November 2021 Corona-Inzidenz bei fast 700 – Verwaltungen stellen sich um

Während die 7-Tage-Inzidenz bei fast 700 liegt, steigt die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen. Die Verwaltungen reagieren auf den großen personellen Bedarf bei der Kontaktnachverfolgung.

Ein Intensivpfleger betreuen einen Covid-19-Patienten
Die Zahl der Coronapatienten auf den Intensivstationen steigt weiter. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/ULMER Pressebildagentur

  • Bei den Inzidenzwerten in den Landkreisen gibt es große Abweichungen
  • Die Verwaltungen im Land stellen sich personell um und nutzen für die Kontaktverfolgung Mitarbeitende aus anderen Bereichen.
  • Knapp zehn Prozent der Impfberechtigten in Sachsen-Anhalt haben bislang eine Aufrischungsimpfung erhalten.

In Sachsen-Anhalt liegt die Corona-Inzidenz zum Start in die neue Woche bei 698,3. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Am Sonntag waren es 719,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, nach 716,9 am Samstag. Am Montag voriger Woche hatte das RKI den Wert mit 531,8 angegeben. Sachsen-Anhalt zählt weiter zu den vier Bundesländern mit der höchsten 7-Tage-Inzidenz. Nur Sachsen mit 1.284,8, Thüringen mit 895,2 und Brandenburg mit 725,6 lagen am Montag laut RKI darüber. Bundesweit gab das RKI einen Wert von 452,4 an.

Börde und Anhalt-Bitterfeld haben niedrigste Inzidenzen

Das Infektionsgeschehen ist in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten sehr unterschiedlich. Der Landkreis Harz wies am Montag mit 1.130,0 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen den höchsten Wert aus. Die geringsten Inzidenzen haben der Landkreis Börde mit 201,7 und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit 283,0.

Das bedeuten 2G, 2G+ und Co.

Die 2G-Regel besagt, dass nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt zu Innenräumen und Veranstaltungen erhalten. Ein negatives Testergebnis gilt nicht mehr für den Einlass.

Eine verschärfte Form ist die 2G+-Regel. Hier müssen die geimpften und genesenen Personen zusätzlichen einen aktuellen Antigen-Schnelltest vorlegen.

Die 3G-Regel bedeutet, dass Zutritt neben geimpften und genesenen auch für negativ getestete Personen erlaubt ist. Wer nicht vollständig geimpft ist oder nicht als genesen gilt, muss entweder einen negativen Schnelltest oder einen PCR-Test vorlegen.

Die 3G+-Regel besagt, dass der Corona-Test für ungeimpfte Personen ein PCR-Test sein muss. Ein Antigen-Schnelltest aus einem Testzentrum reicht hier nicht aus.

Verwaltungen stellen sich personell neu auf

In den Kreisen und kreisfreien Städten Sachsen-Anhalts haben sich die Verwaltungen wegen der Corona-Krise personell neu aufgestellt. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT sind etwa im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 32 Scouts des Robert-Koch-Instituts im Einsatz, um Kontakte nachzuverfolgen.

Im Gesundheitsamt des Kreises Wittenberg helfen unter anderem sechs Museumsmitarbeiter der Lutherstadt Wittenberg aus. Wegen der hohen 7-Tage-Inzidenz von über 900 werden im Kreis aber nur noch diejenigen angerufen, die Corona-positiv sind und deswegen zu Hause bleiben müssen. Ähnlich geht der Landkreis Jerichower Land vor. Er konzentriert sich bei der Kontaktnachverfolgung nur noch auf Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflegeheime und Kitas.

Online-Formulare für Positiv-Geteste

Bereits vor wenigen Tagen hatte der bei der Kontaktnachverfolgung überlastete Burgenlandkreis für positiv getestete Menschen ein Formular im Internet bereitgestellt. Die dort eingegebenen Daten können ausgedruckt werden. Nach Darstellung des Kreises kann das Schreiben übergangsweise zur Vorlage beim Arbeitgeber verwendet werden, auch wenn es sich nicht um das eigentliche Quarantäne-Schreiben des Gesundheitsamtes handelt. Auch im Landkreis Mansfeld-Südharz und in der Stadt Halle kann man online melden, dass man positiv getestet worden ist.

Zahl der Patienten auf Intensivstationen steigt weiter

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt werden nach Daten des Divi-Registers vom Sonntag 136 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Mehr als die Hälte von ihnen muss demnach beatmet werden (69 Patientinnen und Patienten). Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Die Hospitalisierungsrate liegt in Sachsen-Anhalt laut RKI momentan bei 11,10. Der Wert gibt an, wie viele Menschen mit Covid-19 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche in eine Klinik eingewiesen wurden.

Knapp zehn Prozent haben Auffrischungsimpfung erhalten

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben 1.456.637 Personen – sprich 66,8 Prozent – die Erstimpfung erhalten. 1.415.487 Personen beziehungsweise 64,9 Prozent der Impfberechtigten erhielten ihre Zweitimpfung. 215.454 Personen, und damit 9,9 Prozent, haben eine Auffrischungsimpfung erhalten.

In Stendal hat der Landkreis am Montag eine Impfaktion vorzeitig beenden müssen. Wie der Kreis mitteilte, war eine deutlich geringere Menge Impfstoff geliefert worden als bestellt. Insgesamt hätten nur 400 Impfungen verabreicht werden können, um 13 Uhr war bereits Schluß. Die Impfaktion war eigentlich bis 17 Uhr geplant.

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dpa, MDR (Oliver Leiste, André Damm, Tanja Ries, Christoph Dziedo)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 29. November 2021 | 19:00 Uhr

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