Corona-Lage | 7. Dezember 2021 So stark ist die Impfquote in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Wochen gestiegen

Von der Stabilisierung der Corona-Fallzahlen in einigen Teilen Deutschlands ist in Sachsen-Anhalt bislang nichts zu spüren. Allerdings steigt die Nachfrage nach Impfungen seit Anfang November deutlich an. Besonders beliebt: Booster-Impfungen.

Eine Spritze wird aufgezogen
Nach monatelangem Rückgang der Impfnachfrage ist seit Anfang November wieder ein deutlich verstärktes Interesse innerhalb der Bevölkerung Sachsen-Anhalts aus den Daten ablesbar. Bildrechte: imago images/Einsatz-Report24

Während sich deutschlandweit die 7-Tage-Inzidenz seit einigen Tagen stabilisiert hat und sogar leicht rückläufig ist, steigt das Infektionsgeschehen in Sachsen-Anhalt weiter unvermindert an. Lag der Inzidenz-Wert nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vor einer Woche schon bei rund 717, so stieg er heute auf 907,7.

Damit hat Sachsen-Anhalt nicht nur eine mehr als doppelt so hohe Inzidenz wie der deutschlandweite Mittelwert (432), sondern weist nach Sachsen und Thüringen die dritthöchste Inzidenz aller Bundesländer auf.

Gleich vier Regionen in Sachsen-Anhalt erreichen bereits eine 7-Tage-Inzidenz über dem Wert von 1.000: Im Burgenlandkreis, im Saalekreis sowie in den Landkreisen Mansfeld-Südharz und Wittenberg hat sich damals innerhalb einer Woche jeweils mehr als ein Prozent der Bevölkerung nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Booster-Impfungen weiterhin stark nachgefragt

Das Impftempo in Sachsen-Anhalt hatte sich in den vergangenen Wochen stark beschleunigt. Diese Dynamik ist auch zu Beginn der aktuellen Woche zu beobachten. Besonders nachgefragt ist dabei das Auffrischen des Impfschutzes. Allein am Montag wurden wieder über 14.000 der sogenannten Booster-Impfungen verabreicht.

Im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage waren es sogar knapp 15.800. Der Durchschnittswert als Vergleichsgröße gibt einen besseren Überblick zur Dynamik des Impftempos, da die täglich vermeldeten Zahlen größeren Schwankungen unterliegen können.

Am vergangenen Donnerstag hatten sich Bund und Länder das ambitionierte Ziel gesetzt, bis Weihnachten weiteren bis zu 30 Millionen Menschen ein Angebot für Erst-, Zweit- oder Auffrischimpfung zu machen. Dazu soll es künftig beispielsweise auch möglich sein, sich in Apotheken impfen zu lassen. In Sachsen-Anhalt möchte sich das zuständige Sozialministerium allerdings auf keine konkreten Zahlen bis Weihnachten festlegen. Auf Nachfrage teilte eine Sprecherin dem MDR mit:

Ziel ist es, die Impfquote und auch die Zahl der Booster-Impfungen weiter und schnellstmöglich zu erhöhen. Die Zahl der Impfungen ist in erster Linie abhängig von der gelieferten Impfstoffmenge. Die Kapazitäten der mobilen Impfteams wurden in Sachsen-Anhalt bereits ausgebaut.

Sprecherin des Sozialministerium Sachsen-Anhalt

Bislang haben 15,8 Prozent der Menschen im Land ihren Impfschutz auffrischen lassen. Deutschlandweit liegt der Wert mit 17,5 Prozent etwas darüber.

Nur wenige Impfungen am Wochenende

Auch bei den Erstimpfungen ist seit Anfang November ein erneuter Anstieg der Zahlen in Sachsen-Anhalt zu beobachten. Lag der 7-Tage-Durchschnittswert Ende Oktober zwischenzeitlich bei unter 600 Erstimpfungen pro Tag, so waren es zwischenzeitlich über 3.000. In den vergangenen Tagen sank der Wert allerdings leicht auf unter 2.500.

Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt aber, ob die Nachfrage schon wieder rückläufig ist oder schlichtweg nicht mehr Termine pro Tag realisiert werden können, weil parallel so viele Auffrischimpfungen durchgeführt werden oder es an Impfstoff mangelt. Die Erstimpfquote in Sachsen-Anhalt liegt momentan bei 67,8 Prozent, deutschlandweit sind es bereits 72,1 Prozent.

Auffällig in den Impfdaten des Landes ist, dass am Wochenende nur ein Bruchteil der Impfdosen verabreicht wird wie unter der Woche. Das Sozialministerium begründet dies wie folgt:

Der Großteil der Impfungen erfolgt über niedergelassene Ärzte, die in der Regel keine Sprechstunden am Wochenende haben. Die Landkreise und kreisfreien Städte bemühen sich nach wie vor nach vorhandenen Kapazitäten möglichst niedrigschwellige Impfangebote zu stellen, beispielsweise in Einkaufszentren und auch am Wochenende.

Sprecherin des Sozialministerium Sachsen-Anhalt

Belastung für Krankenhäuser wächst weiter

Die Auslastung der Intensivstationen im Land ist weiter hoch. Mittlerweile machen die über 160 Covid-19-Patienten und -Patientinnen rund 23 Prozent aller belegten Intensivbetten in Sachsen-Anhalt aus. Vor wenigen Wochen lag der Wert noch unter zehn Prozent.

Knapp die Hälfte der Covid-19-Fälle auf den Intensivstationen muss aktuell invasiv beatmet werden. Aufgrund der weiterhin steigenden Infektionszahlen ist aktuell mit weiter steigender Auslastung der Intensivstation und auch weiter steigenden Todesfallzahlen zu rechnen.

Die vorläufige Hospitalisierungsrate wird nach RKI-Angaben am Dienstag mit 8,4 beziffert. Der Wert gibt an, wie viele Menschen – umgerechnet auf 100.000 Personen – in den vergangenen sieben Tagen aufgrund einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Allerdings wird der Wert systematisch zu niedrig erhoben und nachträglich um 60 bis 80 Prozent nach oben korrigiert.

Nach Angaben des Landesamts für Verbraucherschutz (LAV) unterscheidet sich zudem die Hospitalisierungsrate deutlich zwischen geimpften und nicht geimpften Menschen. Am Montag betrug die Hospitalisierungsrate laut LAV bei den Geimpften 2,14 und bei den Ungeimpften 19,25.

MDR (Manuel Mohr)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 07. Dezember 2021 | 07:00 Uhr

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