Corona-Maßnahmen Virologe Stöhr: "Jetzt im Sommer entspannen"

Im Corona-Sommer machen die strengen Regeln Pause. Auf Masken und Abstände kann aus Sicht des Virologen Klaus Stöhr aus Zerbst auch verzichtet werden – sofern die Vorbereitungen auf eine eventuell stärkere Winterwelle nicht aus den Augen gelassen werden. Auch das Schließen großer Fieberzentren sieht er als nicht problematisch an.

Klaus Stöhr
Virologe Klaus Stöhr in der Sendung MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE Bildrechte: imago images/teutopress

Der Virologe Klaus Stöhr hat Verständnis dafür geäußert, dass mit Beginn des neuen Monats Juli mehrere große Fieberzentren in Sachsen-Anhalt geschlossen haben. Stöhr sagte MDR SACHSEN-ANHALT, entscheidend sei die Situation in den Krankenhäusern und Intensivstationen. Dort sei die Lage relativ stabil. Mehr werde zurzeit über asymptomatische oder milde Fälle berichtet.

Deswegen ist es ja auch richtig, dass man zur normalen Diagnostik zurückkommt. Wer symptomatisch ist, wer Fieber, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen hat, hustet, der soll zum Arzt gehen. Da wird er getestet. Da gibt es immer noch genügend Tests.

Klaus Stöhr, Virologe

Die meisten Fieberambulanzen sind zu

In Sachsen-Anhalt sind die vier Fieberambulanzen in Magdeburg, Halle, Wernigerode und Lutherstadt Eisleben seit Freitag nicht mehr geöffnet. Dort müssen Patienten bei einem Corona-Verdacht für einen PCR-Test niedergelassene Ärzte aufsuchen. In anderen Regionen gibt es nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt weiterhin Fieberambulanzen.

Also jetzt im Sommer entspannen und dann im Herbst sich aber vorbereiten auf die doch vielleicht heftigere Winterwelle.

Klaus Stöhr, Virologe

Virologe sieht aktuell keinen Grund zum Handeln

Der gebürtige Zerbster Stöhr sprach sich außerdem gegen eine Maskenpflicht im Sommer aus. Im Herbst oder Winter könne sie wieder nötig werden. Es müsse reagiert werden, wenn die Hospitalisierungsrate steige, die Intensivstationen voll- oder überliefen oder das Allgemeinwohl gefährdet sei. "Das ist nicht der Fall", so Stöhr, der Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung ist. Er bezeichnete das Gesundheitswesen als stabil und äußerte die Hoffnung, dass sich jeder impfen lasse, schränkte aber ein: "Jede Infektion zu verhüten geht ja sowieso nicht. Der Impfstoff kann das nicht. Das Virus geht nicht weg".

MDR (Stefan Bernschein, Christoph Dziedo, André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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