Steigende Inzidenzen Corona: Halle und Dessau nehmen Lockerungen bei der Testpflicht zurück

Aufgrund deutlich steigender Corona-Zahlen gilt ab Freitag in Halle und Dessau wieder verbindlich die 3G-Regel. Die bisherigen Lockerungen werden aufgehoben. Auch weitere Städte und Kreise verschärfen die Maßnahmen – oder denken zumindest darüber nach.

Ab Freitag gilt in Halle und Dessau-Roßlau wieder die Testpflicht für Ungeimpfte, wie sie in der Eindämmungsverordnung des Landes festgelegt ist. Die bisherigen Lockerungen werden damit aufgehoben. Demnach dürfen nur noch geimpfte, genesene oder getestete Personen ins Kino, Konzert, Theater, Museum oder Restaurant.

Der Burgenlandkreis wird diesem Beispiel am Montag folgen. Auch der Landkreis Wittenberg nimmt ab Montag alle selbst verfügten Lockerungen zurück. Ähnlich der Landkreis Mansfeld-Südharz: Wie die Kreisverwaltung am Freitag mitteilte, wird auch dort die Testpflicht in Kultur- oder Freizeiteinrichtungen wieder eingeführt. Landrat André Schröder (CDU) sagte, von der Testpflicht ausgenommen seien neben Genesenen und Geimpften auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Der Trainingsbetrieb in Sportvereinen könne somit ohne Testung weiterlaufen.

In Dessau-Roßlau wird außerdem die Kontaktnachverfolgung wieder verstärkt. Dafür wurde das Gesundheitsamt personell aufgestockt.

Grundsätzlich von der Testpflicht ausgenommen sind:

• Genesene und vollständig Geimpfte
• Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, da diese bereits in der Schule getestet werden
• Personen, die medizinische Gründe glaubhaft machen, die der Durchführung der Testung entgegenstehen

Damit werden gewissermaßen Regeln vorweggenommen, die ab 12. November landesweit gelten sollen. Laut der neuen Corona-Verordnung, die das Kabinett im Grundsatz beschlossen hat, werden die Landkreise und kreisfreien Städte künftig verpflichtet, bei Zusammenkünften in Innenräumen die 3G- oder 2G-Regel anzuwenden und die Testpflicht wieder einzuführen. Das soll gelten, wenn die 7-Tage-Inzidenz bei über 100 liegt und es zusätzlich entweder eine Hospitalisierungsquote von mehr als 5 gibt oder die Intensivbetten im Kreis belegt sind. Bislang war es den Kreisen selbst überlassen, ab einer Inzidenz von 35 Zugangsregeln zu erlassen.

Was verbirgt sich hinter 2G und 3G?

Zutritt ist nur für geimpftegenesene und getestete Personen erlaubt – das besagt die 3G-Regel, die am 23. August bundesweit in Kraft getreten ist. Wer nun beispielsweise ins Restaurant oder zum Friseur gehen möchte, muss nachweisen können, dass er oder sie zu einem der drei Gs gehört. Das bedeutet: Wer nicht vollständig geimpft ist oder nicht als genesen gilt, muss künftig in vielen Fällen entweder einen Schnelltest oder einen PCR-Test vorlegen.

2G besagt, dass nur noch geimpfte und genesene Personen Zutritt zu Innenräumen und Veranstaltungen erhalten. Damit ist diese Regel enger gefasst und ein negatives Testergebnis gilt nicht mehr für den Einlass. Bisher wird die 2G-Regel nur in Hamburg getestet und gilt nicht bundesweit. Private Betreiber von Clubs, Bars, Kinos, Restaurants oder ähnlichen öffentlichen Räumen können sich aber entscheiden, nach der 2G-Regel beim Einlass zu verfahren.

Die aktuelle Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt noch bis 12. November. Dann tritt die neue Regelung in Kraft und soll bis Mitte Dezember gültig sein. Für die Feiertage rund um den Jahreswechsel wird es eine neue Verordnung geben.

Im Altmarkkreis Salzwedel gelten wegen der verschärften Corona-Lage schon seit Donnerstag strengere Maßnahmen an den dortigen Schulen. An Gymnasien und Sekundarschulen müssen Schülerinnen und Schüler im Unterricht wieder eine Maske tragen und sollen ab der kommenden Woche dreimal getestet werden.

Einige Kreise haben noch keine Maßnahmen beschlossen

Eine Sprecherin des Landkreises Stendal sagte MDR SACHSEN-ANHALT, derzeit befasse man sich mit dem Entwurf der neuen Eindämmungsverordnung, die das Land erlassen wird. Der Kreis behalte die Inzidenz-Zahlen sowie die Hospitalisierungsrate im Blick. Der Landrat denke über eine Verschärfung der Corona-Regeln nach. Aktuell könne aber noch nicht gesagt werden, wie diese Maßnahmen aussehen oder wann sie in Kraft treten könnten. Das mobile Impfteam des Landkreises biete aber an bestimmten Tagen Termine ohne vorherige Vereinbarung für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen an.

Auch die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und der Salzlandkreis haben noch keine diesbezüglichen Beschlüsse gefasst.

Die Wocheninzidenz bei Corona-Infektionen ist in Sachsen-Anhalt weiter gestiegen und hat am Donnerstag einen Wert von 161,9 erreicht. Negativ-Spitzenreiter ist mit einem Wert von 388,2 weiter der Altmarkkreis Salzwedel. Allerdings war die Sieben-Tage-Inzidenz hier rückläufig, am Mittwoch hatte sie noch bei 418,4 gelegen. Der benachbarte Landkreis Börde weist dagegen mit 75,6 weiterhin die niedrigste Inzidenz aus – jedoch mit steigender Tendenz.

MDR/Gero Hirschelmann, Susanne Reh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 04. November 2021 | 06:10 Uhr

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