Folgen der Corona-Pandemie Tourismus-Branche rappelt sich langsam wieder auf

Der Sommer war mit Blick auf die Corona-Lage vergleichsweise entspannt. Davon hat allerdings längst nicht jeder Betrieb in der Tourismusbranche in Sachsen-Anhalt profitiert. Viele Unternehmen spüren noch immer die Folgen des Lockdowns im ersten Halbjahr. Eine Erhebung zeigt: Es gibt bei aller berechtigten Sorge aber auch Grund zum Optimismus.

Eine Gondel fährt mit Besuchern auf den weit verzweigten Kanälen vor dem Gotischen Haus im Wörlitzer Park entlang
Sachsen-Anhalts touristische Ziele – hier der Wörlitzer Park – sind nach der dritten Corona-Welle wieder gefragt. Die Tourismus-Branche kämpft aber noch mit Schwierigkeiten. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt kommt die Tourismus-Branche nach der dritten Corona-Welle langsam wieder auf die Beine. Das legen Zahlen aus einem Tourismusbarometer nahe, das der Ostdeutsche Sparkassenverband am Dienstag vorgestellt hat. Wie gut der Neustart für die Branche lief, hing demnach aber maßgeblich von der Corona-Lage und insbesondere den an Inzidenzen geknüpften Regeln vor Ort ab.

Corona offenbart noch stärker Fachkräftemangel

Ungeachtet der Entspannung in der Branche sind die Folgen durch die Corona-Pandemie der Erhebung zufolge massiv: Das zeige sich vor allem am Fachkräftemangel, der sich im Zuge der Pandemie verschärft habe. Den Zahlen zufolge sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe binnen eines Jahres um 6,4 Prozent.

Zahl der Übernachtungen massiv eingebrochen

Besonders schwierig war für die touristischen Betriebe das erste Halbjahr 2021: Dort sank die Zahl der touristischen Übernachtungen im Vergleich zu 2020 noch einmal deutlich. Schon im Jahr zuvor waren die Zahlen nach Ausbruch der Pandemie massiv eingebrochen. Im ersten Halbjahr 2021 wurde demnach nur noch 1,5 Millionen Übernachtungen gezählt. Zum Vergleich: Vor Corona, im selben Zeitraum 2019, hatte diese Zahl bei 3,9 Millionen gelegen.

Allerdings: Nicht alle touristischen Regionen in Sachsen-Anhalt mussten einen Rückgang bei der Zahl der Übernachtungen hinnehmen. Ging die Zahl im Harz verglichen mit 2020 um fast 30 Prozent zurück, stieg sie in Magdeburg oder der Gegend Elbe-Börde-Heide um fast 15 Prozent. Auch Halle oder die Gegend Saale-Unstrut legten im Vergleich zum Vorjahr bis Juni 2021 eine Schippe drauf. Den Rückgang im Vergleich zu 2019 kaschiert das aber in keiner Region.

Untersucht wurde für das Barometer auch, wie zufrieden die Gäste mit ihrer Wahl waren. Dafür steht der sogenannte Trust Score, für den die Bewertungen aus mehr als 250 Online-Reiseplattformen ausgewertet wurden. In Sachsen-Anhalt ging der Wert in diesem Jahr leicht zurück. Bedeutet: Die Gäste waren etwas weniger zufrieden als noch 2020. Der Trust Score für Sachsen-Anhalt wird demnach mit 84,8 angegeben, bundesweit liegt er bei nahezu identischen 85,6. Größter Schwachpunkt in Sachsen-Anhalt ist dem Barometer zufolge vor allem der Internetzugang.

Schwachstellen analysieren und Fachkräfte locken

Die Sparkasse verlangte von den Unternehmen in der Tourismusbranche, die Ergebnisse des Barometers genau zu analysieren. Nur so könnten Schwachstellen aufgedeckt und die Branche krisenfest gemacht werden. Wichtig sei auch, potenzielle Arbeitskräfte mit flexibleren Angeboten zu binden und Anreize für neue Arbeitskräfte zu schaffen.

Mit dem Tourismusbarometer will die Sparkasse nach eigenen Angaben etwas für den Tourismus als "stablisierenden Wirtschaftsfaktor" tun. Das Barometer wurde im Jahr 1998 entwickelt. Für das Barometer haben touristische Betriebe in der Vergangenheit freiwillig Gästezahlen gemeldet. Auf dieser Basis entsteht die Analyse.

MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. September 2021 | 11:00 Uhr

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