Bitterfeld-Wolfen Umweltschutz: Müll sammeln als Gewinnspiel

Eine junge Frau mit schulterlangen braunen Haaren schaut freundlich in die Kamera, ihre Arme sind verschränkt
Bildrechte: MDR/Jana Müller

Müll sammeln und mit etwas Glück einen Preis gewinnen – diese Idee aus Großbritannien hat die Stadt Bitterfeld-Wolfen zu einer sogenannten "Müll-Lotterie" inspiriert. Gestartet ist das besondere Gewinnspiel Anfang Oktober und es kommt richtig gut an, zum Beispiel bei Familie Panovic aus Bitterfeld.

Ein kleines Mädchen mit braunen Haaren wirft eine Plaste-Tüte in einen Mülleimer. Ein junger Mann macht mit dem Handy ein Foto davon.
Wenn Milica und ihr Papa Aleksandar Müll sehen, heben sie ihn auf und werfen ihn in einen Mülleimer. Bildrechte: MDR/ Jana Müller

  • In Bitterfeld-Wolfen gibt es seit Anfang Oktober die Aktion "Müll-Lotterie", die Bürgerinnen und Bürger motivieren soll, ihren eigenen Müll und den Müll anderer innerhalb der Stadt richtig zu entsorgen.
  • Die Idee: Müll in den Abfalleimer werfen, dabei ein Foto machen, dieses bei der Stadt hochladen und mit Glück am Ende etwas gewinnen.
  • Die Aktion der Stadt läuft noch bis Ende Dezember.

Wenn Aleksandar Panovic mit seinen Kindern zum Spielplatz läuft, wird sich rechts und links des Weges gebückt. Die Bitterfelder Familie sammelt Müll ein, der am Straßenrand oder auf dem Rasen herumliegt. Und da findet sich so Einiges, sagt die neunjährige Aleksandra: "Wir haben schon Plastikverpackungen, Flaschen, Chipstüten und kleine Spielzeugteile am Wegesrand gefunden."

Dabei gibt es im Stadtgebiet von Bitterfeld-Wolfen recht viele Mülleimer. Gerade im Park oder an den Spielplätzen stehen die überall, meint Aleksandra.

Ganz oft liegt der Müll neben dem Eimer. Und das finde ich doof.

Aleksandra aus Bitterfeld, neun Jahre alt

Viel Müll entlang alltäglicher Wege

Auch die Stadtverwaltung Bitterfeld-Wolfen finde das "doof", sagt Veronika Olejnicki, Sachbearbeiterin im Stadtmarketing. Es gebe tatsächlich mehrere Plätze in der Stadt, an denen viel Müll herumliege.

Das sei vor allem dort, wo viele Menschen ihre alltäglichen Wege erledigten. "Da sehen wir vermehrt, dass vor allem Alltagsmüll abgelagert wird, also der Coffee-to-go-Becher, die Zigarettenkippe oder das Taschentuch. Diese Dinge werden eben nicht in die Mülleimer geworfen. Und auch wenn die Ordnungsdienste regelmäßig im Einsatz sind und den Unrat wegräumen, kommt es immer wieder zu Verschmutzungen."

Veronika Olejnicki von der Stadtverwaltung Bitterfeld
Veronika Olejnicki von der Stadtverwaltung Bitterfeld Bildrechte: MDR/ Jana Müller

Ein Gewinnspiel als Motivation

Veronika Olejnicki und ihre Kollegen überlegten deshalb, wie man die Bürger animieren könnte, ihren eigenen Müll ordentlich zu entsorgen – und vielleicht sogar herumliegenden Abfall aufzusammeln.

Müllotterie steht mit greller Schrift über dem Logo der Aktion.
Bildrechte: MDR/ Stadtverwalttung Bitterfeld-Wolfen

Ihre Idee: eine Müll-Lotterie! Olejnicki erklärt: "Die Idee kommt eigentlich aus England. Das ganze Projekt funktioniert so, dass man Müll einsammelt, in einen Papierkorb wirft, sich dabei fotografiert und das Foto auf unserer Internetseite hochladen kann." Am Ende des Aktionszeitraums gebe es dann eine Verlosung, der Gewinner könne ein i-Pad gewinnen.

Seit Anfang Oktober läuft die "Müll-Lotterie" in Bitterfeld-Wolfen. In den ersten beiden Wochen seien schon mehr als 50 Fotos eingegangen, so Olejnicki.

Mitmachen ist ganz einfach

Ein paar dieser Schnappschüsse stammen von Aleksandar Panovic und seinen Kindern. Die finden die Aktion richtig toll, vor allem weil das Mitmachen so einfach ist. "Wir gehen gerne spazieren, gehen zu Spielplätzen. Im Prinzip machen wir ja jetzt nichts Anderes als das, was wir vorher auch gemacht haben. Nur, dass wir jetzt mehr über den Wegesrand schauen. Und wenn wir dann Müll finden, werfen wir ihn weg." Das sei wirklich nicht schwer.

Das Highlight für die Kinder ist sowieso das Fotomachen, sagt Aleksandar Panovic. Dann finden Aleksandra und ihre Schwester Milica eine leere Plastikflasche mitten auf dem Rasen der Grünen Lunge Bitterfelds. Der nächste Mülleimer wird angesteuert, Papa Aleksandar zückt das Handy und ruckzuck ist Bitterfeld wieder ein Stückchen sauberer.

Ein kleines Mädchen mit braunen Haaren und einer blauen Jacke bückt sich nach einer leeren Plasteflasche, die auf dem Rasen einer Parkanlage liegt.
Eine leere Plasteflasche liegt auf dem Rasen der Grünen Lunge Bitterfelds. Die neunjährige Aleksandra hebt sie auf. Bildrechte: MDR/ Jana Müller

Noch bis Jahresende wird gesammelt

Noch bis Ende Dezember läuft die "Müll-Lotterie" in Bitterfeld-Wolfen. Im Rathaus hofft man darauf, dass sich noch viele Bürger beteiligen. Das fände auch Familie Panovic schön, denn die hat festgestellt, dass so eine Müllsammel-Runde gleich doppelt Spaß macht:

Es ist ja auch ein schönes Ergebnis: Wenn man am nächsten Morgen wieder spazieren geht, ist der Müll weg und dann freut man sich.

Aleksandar Panovic aus Bitterfeld

Der Familienvater schiebt den Kinderwagen weiter Richtung Spielplatz. Dort angekommen ist der Müll erst einmal vergessen. Doch auf dem Rückweg werden Aleksandar Panovic und seine Kinder bestimmt noch ein paar Dinge einsammeln und wegwerfen.

Familie Panovic aus Bitterfeld von hinten
Umweltbewusst: Panovic aus Bitterfeld Bildrechte: MDR/ Jana Müller

MDR (Jana Müller)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Oktober 2022 | 09:40 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/7d2bce5f-31bc-4e1b-98b6-404346d4e967 was not found on this server.

Mehr aus Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau und Wittenberg

Mehr aus Sachsen-Anhalt