Heizkraftwerk oder Müllverbrennungsanlage? Sandersdorf-Brehna: Neubaupläne der Papierfabrik sorgen für Ärger

Heizkraftwerk? Oder doch eine Müllverbrennungsanlage? Diese Frage beschäftigt die Menschen in Sandersdorf-Brehna. Seit der Eröffnung einer Papierfabrik vor anderthalb Jahren ärgern sie sich über Gestank. Und sehen den geplanten Neubau eines Heizkraftwerkes deshalb kritisch.

Blick auf die neue Fabrik der Progroup Paper PM3 GmbH.
Neben der Papierfabrik soll ein neues Heizkraftwerk entstehen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Der geplante Bau eines Heizkraftwerkes in Sandersdorf-Brehna im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sorgt weiter für Schlagzeilen. In Thalheim – in Sichtweite zur Papierfabrik – sind die Anwohner misstrauisch geworden. Kaum ging das Werk in Betrieb, sorgten üble Gerüche für Ärger. Und deshalb wird nun die Meldung von einer weiteren Großinvestition auf dem Firmenareal kritisch gesehen.

Thalheimer Ortsbürgermeister befürchtet weitere Luftverschmutzung

Nun hat sich auch der Ortsbürgermeister von Thalheim in die Diskussion eingeschaltet. Uwe Bruchmüller ist richtig sauer. Der Ortsbürgermeister fühlt sich vom Investor Pro Group nicht ausreichend informiert. Denn die Betreiber einer Papierfabrik wollen jetzt auch ein Heizkraftwerk bauen. Bruchmüller nennt es eine Müllverbrennungsanlage – denn pro Jahr sollen hier etwa 300.000 Tonnen Abfälle aus der Papierherstellung verbrannt werden. Er befürchtet eine weitere Luftverschmutzung, außerdem würden täglich etwa 90 Lastwagen durch die Gegend rollen.

Investor bestreitet Vorwürfe

Der Investor bestreitet gegenüber MDR-SACHSEN-ANHALT die Vorwürfe. Die Belastung werde deutlich geringer ausfallen. Martin Wilhelm vom Investor Pro Group sagt, es gebe keine Müllverbrennung. Vielmehr sei jetzt Bauantrag für ein Heizkraftwerk gestellt worden. Im Altpapier enthaltende Fremdstoffe wie Holz, die nicht zur Papierherstellung verwendet werden, sollen verbrannt werden und so Strom und Wärme generieren.

Nicht mehr brauchbares Papier aus der Fabrik sowie im Abfall enthaltene Fremdstoffe wie Holz sollen dort verbrannt werden und so Strom und Wärme liefern.

Das Großprojekt, das 135 Millionen Euro kosten soll, sei Teil einer grünen Strategie. Derzeit wird der Bauantrag geprüft. Gegen das Projekt habe es, so Ortbürgermeister Bruchmüller, mehr als 800 Einwendungen gegeben.

Die Papierfabrik war im Sommer 2020 eröffnet worden. Gut eine halbe Milliarde Euro investierte das Unternehmen Pro Group. Hergestellt wird dort Wellpappen-Rohpapier. Daraus entsteht dann später Verpackungsmaterial, das unter anderem von Amazon verwendet wird.

MDR (André Damm, Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 26. Januar 2022 | 06:30 Uhr

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