Existenzangst greift in Dessau um sich Energiekrise: Wochen-Händler blicken sorgenvoll in die Zukunft

Den mobilen Händlern in Sachsen-Anhalt brechen angesichts von Inflation und Energiekrise die Einnahmen weg. Hohe Kosten, überschaubare Nachfrage und niedrige Preise trüben vielfach die Geschäfte. Teilweise liegen die Umsätze um ein Drittel niedriger als erwartet, zeigt eine nicht repräsentative Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT.

Händler Wochenmarkt Dessau
Backwarenverkäuferin Hardenstein: Kunden kaufen verhaltener. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Mobilen Händlern in Sachsen-Anhalt brechen angesichts von steigenenden Energiekosten und der hohen Inflation die Einnahmen weg. Das zeigt eine nicht repräsentative Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT auf dem Wochenmarkt in Dessau. "Ob es hier in Dessau ist, in Wittenberg oder auf meiner Dorf-Tour: Die Kunden kaufen verhaltener. Und es wird zum Wochenende genau überlegt, brauche ich ein ganzes Brot oder reicht vielleicht auch ein halbes", erzählt die Verkäuferin im Bäcker-Wagen, Anke Hardenstein, aus dem Landkreis Wittenberg.

Den Eindruck bestätigt auch Sebastian Hertel vom Obsthof Pohritzsch. "Die Leute kaufen teilweise nur noch eine Mandarine oder eine Birne und das war es dann. Alle müssen wegen der Gaspreise auf das Geld schauen." Mit bis zu einem Drittel weniger Umsatz müssen die Händler nun auskommen. Besonders hart getroffen sind die Anbieter von Luxusartikeln. "Blumen kann man nicht essen", sagt Gärtner Eugen Kaut aus Thießen bei Coswig. "Wir haben schon jetzt 50 Prozent weniger, und wenn die Leute ihre Abrechnungen oder neuen Vorauszahlungen kennen, werden sie auf Blumen verzichten."

Menschen verzichten vor allem auf Luxus

Besonders die gestiegenen Kraftstoffpreise, höhere Personalkosten oder Standgebühren belasten die Händler. "Uns fressen die ganzen Nebenkosten auf", macht Kaut klar. "Es ist alles etwas teurer geworden. Und es ist wirklich nur etwas. Aber insgesamt macht es einen riesigen Batzen aus, und den können wir langsam nicht mehr stemmen." Wenn es so weiter gehe, könne man zu machen. "Dann brauchen wir auf den Wochenmarkt nicht mehr fahren", so Gärtner Kaut im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT. Damit könnte schlimmstenfalls eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden. Denn fehlt ein attraktives Angebot auf dem Markt, bleiben schnell auch die Kunden aus.

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MDR (Martin Krause, Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. November 2022 | 15:10 Uhr

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