Zäune und Fallen Sachsen-Anhalt bereitet sich auf Afrikanische Schweinepest vor

Sachsen-Anhalt hat vorsorglich für Zehntausende Euro Maschendraht angeschafft. Damit kann eine Sperrzone errichtet werden, sollte es an Schweinepest erkrankte Wildtiere geben. Die schwere Virusinfektion bei Haus- und Wildschweinen verläuft fast immer tödlich.

Ein Wildschwein
Die Gefahr eines Seuchenausbrauchs ist im wildschweinreichen Kreis Wittenberg besonders hoch. Für das ganze Land wurden nun Zäune und Fallen angeschafft. Bildrechte: imago/Oliver Willikonsky

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sieht sich Sachsen-Anhalt gut vorbereitet. Für etwa 70.000 Euro hat das Land vorsorglich 600 Rollen Maschendraht angeschafft, wie es vom zuständigen Forstamt hieß. Damit kann im Ernstfall ein knapp 30 Kilometer langer und 1,40 Meter hoher Schutzzaun aufgebaut werden.

Der mobile Zaun befindet sich in einer Lagerhalle im Betreuungsforstamt Annaburg, wie Forstamtsleiter Philipp Nahrstedt MDR SACHSEN-ANHALT sagte. Laut Nahrstedt ist die Gefahr eines Seuchenausbrauchs im wildschweinreichen Kreis Wittenberg besonders groß. Mit dem mobilen Zaun könne bei Bedarf in kurzer Zeit auch an jedem anderen Ort in Sachsen-Anhalt ein Sperrbezirk eingerichtet werden.

Gefährlich für Schweine, ungefährlich für den Menschen Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt sich um eine schwere Virusinfektion bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft. Bei einem Ausbruch drohen erhebliche wirtschaftliche Schäden. Für den Menschen ist die Seuche ungefährlich.

Fallen aus den USA

Zusätzlich hat das Land zwei Netzfangsysteme gekauft. Damit können ganze Rotten gefangen werden, um den Schwarzwildbestand und somit die Seuchengefahr zu reduzieren. Die riesigen Netze kommen aus den USA. Dort werden damit in südlichen US-Bundesstaaten erfolgreich verwilderte Hausschweine eingefangen.

Mit Fallen und Zäunen sei Sachsen-Anhalt laut Forstamtsleiter Nahrstedt bereit für einen möglichen Ausbruch der Tierseuche. Die Anschaffung ist Teil des Zehn-Punkte-Plans von Sachsen-Anhalts Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU). Er hatte das Thema im November zur "Chefsache" erklärt. Im Zehn-Punkte-Plan ging es unter anderem um die Anschaffung der Zäune, kreisübergreifende Tierseuchenübungen und die Ausbildung von sogenannten Kadaver-Suchhunden.

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MDR(Martin Krause, Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 21. Januar 2022 | 07:30 Uhr

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