Urteil am Landgericht Halle Getötetes Kind in Naumburg: Mann muss zehn Jahre in Haft

Der Mann, der sich auf ein einjähriges Kind aus Naumburg gekniet und es dabei tödlich verletzt hat, muss zehn Jahre in Haft. Das Urteil des Landgerichts Halle fiel am Freitag. Der 27-Jährige bestreitet sowohl die Tötung des Kindes als auch den sexuelles Missbrauch.

Im Prozess um ein getötetes Kleinkind aus Naumburg ist der Angeklagte zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht in Halle sah am Freitag sowohl den schweren sexuellen Missbrauch gegen das Kind als auch die Körperverletzung mit Todesfolge als erwiesen an.

Der 27-jährige Angeklagte soll sich im Sommer 2016 auf den Bauch des Sohnes seiner damaligen Partnerin gekniet und ihm so die tödlichen Verletzungen zugefügt haben. Bei darauffolgenden Untersuchungen wurden zudem Hinweise auf sexuellen Missbrauch des Kindes gefunden, unter anderem Spermaspuren des Verurteilten an Kuscheltieren des Kindes. Außerdem soll der kleine Junge eindeutige Verletzungen gehabt haben.

Angeklagter bestreitet alles

Das Motiv des Täters blieb im Prozess unklar. Das sagte der Vorsitzende Richter in der mündlichen Urteilsbegründung. Und auch der genau Ablauf der Ereignisse drei bis vier Tage vor dem Tod des kleinen Jungen konnte nicht geklärt werden.

Sicher sei nur, dass der Junge um den 11. Juni 2016 herum so schwer verletzt wurde, dass er später starb. Der Angeklagte schwieg dazu und bestreitet die Tat weiterhin. Zeugen gibt keine. So stützt das Gericht den Schuldspruch auf die Gutachten der Rechtsmediziner.

Bereits vor mehr als zwei Jahren war Anklage gegen den Verdächtigen erhoben worden. Doch laut Gerichtssprecher hatten schwierige DNA-Analysen, mehrere Gutachten und die Corona-Pandemie zur Verzögerung des Prozesses geführt.

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MDR/Mathias Kessel, Luise Kotulla, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. September 2021 | 19:00 Uhr

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