Süden von Sachsen-Anhalt Von der Kohle zum Wasserstoff: Ostbeauftragter ist zuversichtlich

Kohleabbau und Kohleverstromung in Sachsen-Anhalt haben perspektivisch ausgedient. Umweltfreundliche Energieträger sollen die Zukunft bestimmen. Gleichzeitig muss aber auch die energieintensive Industrie eine Überlebenschance haben. Carsten Schneider (SPD), der Ostbeauftragte der Bundesregierung, sieht für diesen Wandel im Süden Sachsen-Anhalts beste Voraussetzungen. Das sagte er bei einem Besuch im Burgenlandkreis.

Chemie- und Industriepark Zeitz
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Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Staatsminister Carsten Schneider (SPD), sieht den Süden Sachsen-Anhalts für den anstehenden Strukturwandel weg von der Kohle gut gewappnet. Schneider sagte bei seinem Antrittsbesuch im Burgenlandkreis, die Region biete beste Voraussetzungen dafür, Wasserstoff als neue Energiequelle zu nutzen. Mit Industrie, Chemie und Energie hat der Süden nach seinen Worten Erfahrung.

"Weil man hier einfach Industrie und Chemie und Energie kann"

Schneider lobte die infrastrukturelle Lage des Burgenlandkreises als "hervorragend", vor allem mit Blick auf die Autobahnanbindungen. Von Vorteil seien auch die bestehenden Industrieparks sowie eine Bevölkerung, die die Industrie kenne.

Jetzt geht es darum, dass wir Wasserstoff als neue Energiequelle nutzen. Auch dazu bietet die Region im Burgenlandkreis die besten Voraussetzungen: weil man hier einfach Industrie und Chemie und Energie kann.

Carsten Schneider (SPD), Ostbeauftragter der Bundesregierung
Carsten Schneider
Carsten Schneider machte sich vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation. Bildrechte: imago/photothek

Der Besuch Schneiders am Montagnachmittag fand auf Einladung von Landrat Götz Ulrich (CDU) statt, um über das Thema Strukturwandel zu sprechen. Treffpunkt war Alt-Tröglitz, wo sich der Chemie- und Industriepark Zeitz befindet. Schneider traf zudem die Bürgermeister der Gemeinden, die vom Kohleausstieg betroffen sind.

Süden Modellregion für "grünen" Wasserstoff

Tagebau Profen
Nach jetzigen Planungen soll der Kohleabbau in Profen 2035 enden. Bildrechte: MDR / Mike Heerdegen-Simonsen

Sachsen-Anhalts Süden ist einerseits Teil des Mitteldeutschen Braunkohlereviers, etwa mit dem Tagebau Profen nordöstlich von Zeitz sowie mehreren Kraftwerken. Andererseits gehört die Industrie der Region zum Mitteldeutschen Chemiedreieck, das weiter nach Halle und Bitterfeld reicht. Für den Burgenlandkreis sind aktuell unter anderem der Kohlebergbau, die chemische Industrie sowie die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren wichtige Wirtschaftszweige.

Nach den Plänen der Landesregierung Sachsen-Anhalts wird der Süden Modellregion bei der umweltfreundlichen Produktion von Wasserstoff, ausgehend vom Chemiedreieck. Neben Chemikalien sollen mit dem Energieträger auch synthetische Kraftstoffe produziert werden. Auch Stromversorgung und Wärme sollen perspektivisch mit Wasserstoff möglich gemacht werden.

Milliarden für den Kohleausstieg

Das Strukturentwicklungsprogramm stützt den von Bundestag und Bundesrat im Juli 2020 beschlossenen Kohleausstieg bis spätestens 2038. Demnach werden die Kapazitäten für Braunkohlekraftwerke auf null gefahren. Das Programm plant auch, wie die 4,8 Milliarden Euro Fördermittel des Bundes im Mitteldeutschen Revier bis zum Kohleausstieg eingesetzt werden und wie sich die Region anschließend entwickelt.

Besonderes Augenmerk liegt laut Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) darauf, unabhängiger in der Energieversorgung zu werden. Ziel seien der Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Wasserstoffwirtschaft.

MDR (Attila Dabrowski, André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Mai 2022 | 06:30 Uhr

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