9. Oktober Marathon und Gedenken an Anschlag: Jüdische Gemeinde sieht kein Problem

Der Mitteldeutsche Marathon von Leipzig nach Halle findet nach zwei Jahren Pause am Sonntag wieder statt. In Halle wird aber an den Anschlag auf die Synagoge und die beiden Opfer des Attentäters erinnert. Die Organisatoren der Sportveranstaltung sehen trotz Kritik kein Problem.

Tausende Teilnehmer sind am Sonntag (28.08.2005) bei der vierten Auflage des Mitteldeutschen Marathons am Start in Leipzig.
Zum Mitteldeutschen Marathon werden wieder bis zu 3.000 Teilnehmer erwartet. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Zwei Jahre lang hat es den Mitteldeutschen Marathon von Leipzig nach Halle nicht gegeben – kommenden Sonntag aber kehrt die Veranstaltung nach Corona-Pause wieder zurück. Zur Siegerehrung am Nachmittag in Halle werden Tausende Läufer und Zuschauer erwartet.

Das hatte bereits vor einigen Wochen für Kritik gesorgt, denn: Am Sonntag wird zum dritten Mal der Opfer des Anschlags auf die Synagoge in Halle gedacht. Um 12:03 Uhr soll das Leben in der Stadt deswegen stillstehen. Stadtweit sollen die Glocken läuten.

Kritik von Initiativen an Marathon

Halle gegen Rechts, die Mobile Opferberatung, der Evangelische Kirchenkreis Halle-Saalkreis, der Friedenskreis Halle und die Freiwilligen-Agentur appellierten an die Stadtverwaltung und die Veranstalter des Mitteldeutschen Marathons für einen sensibleren Umgang mit dem Gedenken an den Anschlag in Halle und Landsberg-Wiedersdorf.

Die Organisatoren der Sportveranstaltungen betonen dagegen: Laufen und Gedenken gehen Hand in Hand. Organisator André Cierpinski erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, es werde keinen Startschuss geben, das sei unpassend. Außerdem passe sich der Marathon den örtlichen Gegebenheiten an. Man wolle den Gedenkgottesdienst nicht stören.

Jüdische Gemeinde sieht kein Problem

Die Stadt Halle und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Max Privorozki, sehen in der Überschneidung jedoch kein Problem. Alles andere am Gedenktag zu verbieten, sei falsch, denn dann hätte der Attentäter etwas erreicht, machte Privorozki deutlich.

Mehrere Gedenkveranstaltungen geplant

Zum Gedenken an den Anschlag in Halle gibt es am Sonntag mehrere Veranstaltungen. Um zehn Uhr ist ein Gottesdienst in der Marktkirche geplant. Um zwölf Uhr findet die zentrale Gedenkfeier von Jüdischer Gemeinde und Stadt statt. Ort ist die Synagoge, die vor drei Jahren Ziel des Anschlags war. Dazu werden auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Halles Bürgermeister Egbert Geier (SPD) erwartet.

Zusätzlich sind Kundgebungen, Performances und ein Willkommens-Essen geplant. Zum Abschluss klingt das Carillon vom Roten Turm. Dazu soll es stilles Gedenken auf dem Marktplatz geben. Um 19:30 Uhr zeigt das Puschkino dann noch den Dokumentarfilm "Keep me in mind".

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MDR (Stefan Bringezu, Mario Köhne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Oktober 2022 | 15:30 Uhr

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