Einhaltung der Corona-Regeln Corona-Kontrollen in Halles Gastronomie sorgen für Ärger

In Halle wurden seit Mitte Juni mehr als 200 gastronomische Einrichtungen auf die Einhaltung der Corona-Verordnung kontrolliert. Momentan laufen 23 Verfahren. Ein Gastronom aus der Innenstadt hat für sein Verfahren kein Verständnis.

Ein Kellner mit Mundschutz
Die Mitarbeiter in der Gastronomie sollen auf die Einhaltung der Hygienebestimmungen achten. Das funktioniert nicht immer. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Indiapicture

In den letzten fünf Monaten wurden in Halle mehr als 200 Gastronomie-Einrichtungen auf die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert. Das teilte die Stadt MDR SACHSEN-ANHALT auf Nachfrage mit. 23 Verfahren liefen derzeit, so der Leiter des Fachbereiches Sicherheit, Tobias Teschner. Die Kontrollen bezogen sich laut Teschner auf die 14. SARS – CoV-2 Eindämmungsverordnung, die gerade bis zum 17. Dezember verlängert wurde.

Bußgeld hätten die Gastronomen noch nicht zahlen müssen, da die Prüfung zu den einzelnen Fällen noch nicht abgeschlossen sei. Die Höhe liegt laut Bußgeldkatalog der Eindämmungsverordnung bei einem Regelsatz von 1.000 Euro.

Die Restaurants und Bars werden "in regelmäßigen Abständen" kontrolliert. Bei konkreten Hinweisen zu Verstößen, beispielsweise von Bürgern, würde ebenfalls reagiert.

Drei Monate von Kontrolle bis Anzeige

Eines der laufenden Verfahren betrifft einen Gastronomen, der eine bekannte Bar in Halles Innenstadt führt. Er will nicht erkannt werden und sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir sind im Hochsommer kontrolliert worden und haben jetzt eine Anzeige bekommen, drei Monate später." In dem Schreiben, das MDR SACHSEN-ANHALT vorliegt, wird ihm vorgeworfen, dass an einem Tag im Juli die Abstandsbestimmungen nicht eingehalten worden seien. Es heißt: "Dabei wurde ordnungswidrig gehandelt, weil die Plätze durch Positionierung der einzelnen Tische nicht so angeordnet waren, dass ein Abstand von 1,5 Metern zu den Gästen an anderen Tischen sichergestellt war."

Was den Geschäftsführer ärgert: Die Kontrolleure hätten sich verabschiedet und gesagt, dass alles ok gewesen wäre. "Ich finde bedenklich, dass die Anzeige derart zeitversetzt stattfindet", sagte er. "Es erschließt sich mir nicht, wie man eine Kontrolle in der Gefahrensituation machen kann und gar nicht darauf hinweist."

Der Marktplatz von Halle im Abendlicht.
In Halle wurden seit Mitte Juni mehr als 200 Gastronomie-Einrichtungen kontrolliert. Bildrechte: imago/Felix Abraham

Die Gäste hätten zudem gefragt werden müssen, ob sie zusammengehören und dadurch der Abstand nicht eingehalten worden war. Jetzt, viele Wochen später, könne das laut Geschäftsführer nicht mehr nachvollzogen werden – die Daten der Gäste muss er nach vier Wochen löschen.

Das sagt die Stadt

Von der Stadt heißt es, dass betreffende Gastronomen am Tag der Feststellung eines Verstoßes darauf aufmerksam gemacht und zudem alle relevanten Dinge protokolliert würden. Auf die Frage, ob eine Dauer von mehreren Monaten bis zum Schreiben der Stadt üblich sei, war die Antwort, dass die Verjährungsfrist drei Jahre betrage.

Der Gastronom aus der Innenstadt hat seinen Innenhof-Bereich mittlerweile geschlossen und betont, dass die Gäste immer platziert worden seien und seine Mitarbeiter strikte Anweisungen hätten, das Hygienekonzept der Bar umzusetzen. Er hat einen Anwalt eingeschaltet, denkt allerdings, dass andere Gastronomen ihre Strafe oft direkt zahlen würden, weil das billiger als die Anwaltskosten sei.

MDR/Gero Hirschelmann, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 10. November 2021 | 07:30 Uhr

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