Universitätsplatz Gedenken an Bücherverbrennung in Halle

In Halle wurde an die Bücherverbrennung vor 89 Jahren erinnert. Ein hallescher Lyriker las am Donnerstagabend aus den damals verbrannten Werken, unter anderem von Erich Kästner, Thomas Mann und Joachim Ringelnatz.

Auf dem halleschen Universitätsplatz sitzen bei Sonnenschein viele Menschen.
Erinnerung an dem Ort, wo vor 89 Jahren die Bücher von heute hoch geschätzten Autoren verbrannt wurden – dem Universitätsplatz Bildrechte: Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage

Was vor 89 Jahren undenkbar gewesen wäre, war am Donnerstag in Halle möglich: Zum Gedenken an die Bücherverbrennung im Jahr 1933 las ein hallescher Lyriker und Literaturkritiker aus den damals verbrannten Werken. Am Ort der Verbrennung des 12. Mai 1933 kamen so unter anderem Erich Kästner, Thomas Mann, Joachim Ringelnatz, Nelly Sachs und Franz Kafka zu Wort.

Diese Werke wurden 1933 in Halle verbrannt Einige der besten deutschsprachigen Schriftsteller wie Bertold Brecht, Stefan Zweig, Arthur Schnitzler, Erich Kästner, Klaus und Thomas Mann oder auch Jakob Wassermann waren unter den Büchern, die verbrannt wurden, dazu auch zahlreiche russische Autoren (Gorki, Ehrenburg, Babel, Serafimowitsch) und Schriftsteller wie Ernest Hemingway oder Jack London. Neben Poesie und Prosa wurden Werke politischer Gegner (Marx, Engels, Lenin, Lassalle, Liebknecht), nicht genehmer Künstler (Chagall, Klee) und Historiker dem Feuer übergeben. Quelle: Halle im Bild

"Freundliche und konzentrierte Atmosphäre"

Auf dem halleschen Universitätsplatz sitzen bei Sonnenschein viele Menschen.
"Halle gegen Rechts" hatte die Veranstaltung organisiert. Bildrechte: Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage

Zum Gedenken eingeladen hatten die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), von deren nationalsozialistischen Studierenden die Aktion vor 89 Jahren ausgegangen war, und das Bündnis "Halle gegen Rechts". Der Rektor der MLU, Christian Tietje, sprach am Donnerstagabend ebenso wie Clemens Wagner, Sprecher von "Halle gegen Rechts". Laut Wagner waren 60 bis 70 Menschen gekommen. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Freitag: "Es war eine sehr freundliche und konzentrierte Atmosphäre."

Die Verbrennung fand damals nicht spontan statt, sondern im Zuge einer Propagandakampagne, geplant u.a. von Studierenden – es schlossen sich Hochschulrektoren, Professoren, Studentenverbindungen und Passanten an. Eigentlich brannten die Bücher-Scheiterhaufen zwei Tage zuvor an fast 20 Universitätsstandorten, in Halle jedoch wegen starken Regens verspätet am 12. Mai, damals einem Freitag.

MDR (Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Mai 2022 | 17:30 Uhr

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