Warnstreik Lehrer, Hochschulmitarbeitende und Polizisten streiken für mehr Geld

In Halle haben Tarifbeschäftigte für mehr Geld demonstriert. Die Lehrkräfte, Hochschulmitarbeitenden und Polizistinnen und Polizisten fordern nicht nur mehr Geld, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen. Die Forderung nach mehr Lohn wurde in der zweiten Tarifverhandlungsrunde zurückgewiesen.

Frauen in roten GEW-Westen während einer Demonstration
Rund 800 Lehrende aus Sachsen-Anhalt haben am Mittwoch in Halle demonstriert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Halle haben Tarifbeschäftigte von Schulen und Hochschulen aus Sachsen-Anhalt auf einer Kundgebung am Mittwoch mehr Geld gefordert. Nach Gewerkschaftsangaben machten rund 800 Demonstranten mit Transparenten und Trillerpfeifen ihrem Unmut Luft über den Stand der Tarifverhandlungen Luft.

Die Aktion war Teil von ganztägigen Warnstreiks, zu denen die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaften (GEW) und Ver.di auch Mitarbeitende an Hochschulen im Süden und Osten des Landes aufgerufen hatte. An der Kundgebung haben auch rund 50 Mitarbeitende der Polizei teilgenommen.

Forderungen nach mehr Geld und besseren Bedingungen

Frauen in roten GEW-Westen während einer Demonstration
Die Kundgebung fand am Steintor in Halle statt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Gewerkschaften fordern für die Tarifbeschäftigten unter anderem fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich. Der Beschluss soll zudem für mindestens zwölf Monate gelten. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder wies die Forderungen als unrealistisch zurück. Die zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder hatte keine Einigung gebracht. Ende November soll weiterverhandelt werden.

Transparent auf einer Demonstration: Gute Bildung braucht Geld.
Den Streikenden geht es um bessere Bezahlung und um die sich verändernden Arbeitsbedingungen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie eine Lehrerin deutlich macht, geht es allerdings nicht nur um die Bezahlung, sondern auch um die sich verändernden Arbeitsbedingungen: "Wir sind mittlerweile Sozialarbeiter und Migrationshelfer. Wir haben Kinder mit Lernbehinderungen und Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. Und das alles allein zu stemmen, ist fast nicht möglich", so die Demonstrantin. Auch die Digitalisierung in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sei ein noch zu lösendes Problem. Eine andere Demonstrantin fordert, dass mehr Lehrende eingestellt werden sollen.

Ein Polizist auf der Kundgebung rechtfertigt die Forderungen so: "Die Mieten werden teurer, unsere Autos tanken sich nicht von allein. Wir haben eine Inflationsrate jenseits von vier Prozent. Wir wissen, dass es Kompromisse geben muss, wir fordern aber, dass mindestens diese 150 Euro kommen, sodass wir endlich eine Einheitlichkeit kriegen in den Tarifbeziehungen." Ein anderer Demonstrant beruft sich bei den Forderungen auf die Corona-Zeit, in der der Staat den Polizeikräften viel abverlangt habe.

Unterrichtsausfälle an Schulen

Eltern mussten sich auf Unterrichtsausfälle einstellen. Wie der GEW auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, ist der Unterricht allerdings nur vereinzelt ausgefallen. Das Landesschulamt hatte angekündigt, mit Hilfe von verbeamteten Lehrkräften die Betreuung in Schulen zu gewährleisten. Elternvertreter kritisierten im Vorfeld, dass die Kinder bereits seit anderthalb Jahren massiv zurückstecken müssen, weil Unterricht nicht oder verkürzt oder auf Umwegen stattfindet. Die GEW verteidigte auf MDR-Anfrage den Warnstreik an Schulen. Landeschefin Eva Gerth sagte, das sei derzeit die einzige Chance, um ein vernünftiges Gesprächsangebot von den Ländern einzufordern.

MDR/ Olga Patlan

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. November 2021 | 14:00 Uhr

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