3D-Modelle Franckesche Stiftungen Halle digitalisieren 300 Jahre altes Schulungsmaterial

Vor dreihundert Jahren waren die Modelle von zwei Salzkothen revolutionäre Lernobjekte. Die Schüler in den Franckeschen Stiftungen wurden damit auf das Berufsleben vorbereitet. Jetzt sollen Besucherinnen und Besucher auch online in dieses Anschauungsmaterial eintauchen können.

Die Franckeschen Stiftungen in Halle
Vor 300 Jahren war der Unterricht an den Franckeschen Stiftungen revolutionär. Jetzt werden die Lernobjekte auch digital ausgestellt. Bildrechte: MDR/Dirk Jacobs

1695 begann August Hermann Francke, arme Kinder in seiner Gemeinde Glaucha zu unterrichten und zu versorgen. Am 18. September 1698 wurde dann der Grundstein für ein neues Waisenhaus gelegt. Innerhalb von 30 Jahren entstand eine richtige Schulstadt, mit Wohngebäuden, Werkstätten, Gärten und einer Apotheke. In Spitzenzeiten lebten in den Franckeschen Stiftungen bis zu 2.500 Menschen.

Die Schulungsmethoden seinerzeit waren revolutionär. Kinder lernten nicht nur zu lesen und zu schreiben, es gab auch Anschauungsobjekte, mit denen sie auf das spätere Berufsleben vorbereitet wurden – zum Beispiel Salzkothen, in denen die Menschen in Halle Salz gewannen.

Modelle von Salzkothen in den Franckeschen Stiftungen
Die zwei Originalmodelle der Salzkothen können in den Franckeschen Stiftungen betrachtet werden. Bildrechte: MDR/Dirk Jacobs

Von zwei Salzkothen gibt es jetzt digitale 3D-Modelle

Die Originalmodelle stehen in Glasschaukästen und können nur von außen in der Naturalienkammer bestaunt werden. Ab sofort kann man aber auch mit seinem Smartphone einen QR-Code einscannen und landet dann in der digitalen Ausstellung zur Geschichte der Salzgewinnung in Halle und taucht ein in eine Salzkothe.

Zu den 3D-Modellen geht es hier:

Einblick in das Modell einer Salzkothe in den Franckeschen Stiftungen
Schon vor 300 Jahren haben die Modelle Einblicke in Salzkothen gegeben. Bildrechte: MDR/Dirk Jacobs

Mit 60.000 Euro hat der Bund die Erstellung der 3D-Modelle gefördert. Immerhin sechs Monate brauchten Projektleiter Tom Gärtig und sein Team für die Umsetzung. Aber warum hat man sich ausgerechnet für die Salzkothen entschieden?

Wer sich mit Smartphone, Tablet oder Laptop auf digitale Zeitreise begibt, kann in den 3D-Modellen auf Zahlen klicken und erfährt dann noch mehr Details zu den Salzkothen.

Tom Gärtig wird sich auch in den kommenden Jahren damit beschäftigen, aus dem alten, schulischen Anschauungsmaterial der Franckeschen Stiftungen digitale 3D-Modelle anzufertigen.

MDR (Dirk Jacobs)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 21. Februar 2022 | 17:40 Uhr

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