Medizinische Versorgung Schließung von Notaufnahme in Hettstedt: Hoffen auf ein Notfallzentrum

Die Notaufnahme des Hettstedter Krankenhauses wird im kommenden Jahr geschlossen. Patienten müssen dann weite Wege in Kauf nehmen und bis Eisleben oder Sangerhausen fahren. Abhilfe könnte ein Gesundheits- und Notfallzentrum schaffen. Doch wann das seine Arbeit aufnehmen wird, ist nicht klar.

Hinter einer runden Anfahrtsschleife ist der Haupteingang der Helios-Klinik in Hettstedt zu sehen.
Der Hettstedter Helios-Klinik stehen Veränderungen bevor: Bis Anfang 2023 soll die Notaufnahme schließen, ein regionales Gesundheits- und Notfallzentrum ist geplant. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Die Helios-Klinik Hettstedt will bis Anfang kommenden Jahres die allgemeine Notfallambulanz schließen. Bürgermeister Dirk Fuhlert (parteilos) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dadurch werde die medizinische Versorgung erheblich beeinträchtigt. "Deshalb wünsche ich mir, dass die Pläne, welche den Umbau für den Bereich der Kupferstadt abmildern sollen, mit Nachdruck verfolgt werden", so Fuhlert.

Idee für Regionales Gesundheits- und Notfallzentrum

Die Helios-Kliniken Mansfeld-Südharz hatten im Mai angekündigt, dass es Pläne zur Entwicklung eines Regionalen Gesundheits- und Notfallzentrums gibt – in Kooperation mit dem Landkreis Mansfeld-Südharz. Landrat André Schröder (CDU) sagte: "Mit dem Förderprojekt für ein Regionales Gesundheits- und Notfallzentrum ist der Landkreis gemeinsam mit Helios bereit, neue Wege zu gehen."

Einsatzwagen der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht.
Die Einhaltung der Hilfsfristen für Notfälle wird auch künftig abgesichert, so der Landkreis. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Geplant ist eine Millioneninvestition direkt am Standort des Krankenhauses in Hettstedt. "Die Ansiedlung von Arztpraxen soll so genauso verbessert werden wie die Neuerrichtung einer vergrößerten Rettungswache", teilte die Pressesprecherin des Landkreises MDR SACHSEN-ANHALT auf Nachfrage mit. Der notärztliche Bereitschaftsdienst, vorgehaltene Notfallsanitäter und die Bereitstellung eines Tele-Notarztes sollen dann helfen, die Notfallversorgung zu sichern. Die Anmeldung des Projekts soll noch im Juni bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt erfolgen.

Der Landkreis ist Mitgesellschafter und Kooperationspartner der Helios-Kliniken Mansfeld-Südharz. Helios bestätigte MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch die Pläne für ein "regionales Gesundheitszentrum mit Rettungsstelle", verwies für Details aber an den Landkreis. Klar sei, dass in Hettstedt künftig nur noch eine Notfallversorgung für psychiatrische und psychologische Notfälle angeboten werde. Andere Notfälle würden über benachbarte Klinikstandorte "vollends abgedeckt".

Fugtaufnahme von Hettstedt
Hettstedt im Mansfelder Land hat nur ein Krankenhaus. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Warum das Krankenhaus Hettstedt seine Notaufnahme verliert Die Helios-Standorte Hettstedt, Sangerhausen und Lutherstadt Eisleben sollen umstrukturiert und als "standortübergreifendes Gesundheitsnetzwerk" weiterentwickelt werden. Das Hettstedter Krankenhaus wird sich auf die Bereiche Psychiatrie und Schmerztherapie spezialisieren. Ein Helios-Sprecher erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, das werde dem steigenden Bedarf in beiden Feldern gerecht.

Mit der Spezialisierung der einzelnen Helios-Krankenhäuser in Mansfeld-Südharz soll die Patientenversorgung verbessert und die fachärztliche Versorgung im Landkreis dauerhaft auf medizinischem Top-Niveau sichergestellt werden, so die Helios-Pressestelle. Die Patientenzahlen seien seit Jahren rückläufig. Helios gehört mit acht Kliniken und 42 ambulanten Einrichtungen zu den größten medizinischen Versorgern in Sachsen-Anhalt.

20 Minuten bis zur nächsten Notaufnahme

Die Hettstedter müssen mit der Schließung der Notaufnahme im ersten Quartal 2023 zirka 20 Minuten Autofahrt bis zur Notaufnahme in Eisleben oder 35 Minuten bis Sangerhausen auf sich nehmen – die Menschen in den umliegenden Dörfern vermutlich noch mehr. Hettstedts Bürgermeister Fuhlert hofft, dass die Pläne für eine Alternative schnell umgesetzt werden, um den Verlust der Notfallambulanz zumindest abzumildern. 

Ein Schild auf verdorrter Wiese weist auf die Helios Klinik in Lutherstadt Eisleben hin.
Bei Notfällen müssen die Hettstedter ab nächstem Jahr nach Eisleben oder Sangerhausen ausweichen. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

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MDR (Theo M. Lies, Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Juni 2022 | 06:30 Uhr

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