Mitgliedschaft in terroristischer Vereinigung Anklage gegen IS-Rückkehrerin Leonora M. wird immer noch geprüft

Im Sommer hat die Bundesanwaltschaft Karlsruhe Anklage gegen die mutmaßliche IS-Rückkehrerin Leonora M. aus Sangerhausen erhoben. Seit nunmehr elf Wochen prüft das Oberlandesgericht Naumburg die Anklage. Mit dem Abschluss ist auch in diesem Monat nicht zu rechnen.

Leonora aus Breitenbach in Syrien
Als 15-Jährige war Leonora M. aus Breitenbach nach Syrien gegangen, um sich dort dem IS anzuschließen. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Oberlandesgericht Naumburg prüft weiter die Zulässigkeit der Anklage gegen die mutmaßliche IS-Rückkehrerin Leonora M. aus Sangerhausen. Das teilte ein Gerichtssprecher mit. Auch in diesem Monat sei noch nicht mit einem Abschluss der Ermittlungen zu rechnen.

Strafrechtsexperte Jan Siebenhüner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es gebe auch keinen Grund zur Eile. Leonora sitze nicht mehr in Untersuchungshaft und auch eine Verjährung drohe nicht.

Als 15-Jährige zum Islamischen Staat

Im März 2015 war die damals 15-jährige Leonora M. nach Syrien gereist, um sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Dort war sie Drittfrau eines deutschen IS-Geheimdienstlers geworden. Mit ihm bekam die junge Frau zwei Kinder.

Laut Bundesanwaltschaft soll Leonora M. für den IS-Geheimdienst Frauen von IS-Kämpfern ausgeforscht und dafür auch monatlich einen Geldbetrag erhalten haben. Mit ihrem Mann soll sie zeitweise eine jesidische Frau als Sklavin gehalten und diese weiterverkauft haben.

Zusammen mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern soll Leonora M. im Sommer 2017 aus der nordsyrischen Stadt Rakka geflüchtet sein. Ende Januar 2019 hat sie sich laut Anklage kurdischen Einheiten gestellt, "nachdem sie zuvor aufgrund der weitreichenden Gebietsverluste des 'Islamischen Staates' im syrischen IS-Gebiet umhergezogen war".

Seit Ende 2020 wieder in Deutschland

Im Dezember 2020 war die mittlerweile 21-Jährige aus einem syrischen Gefangenenlager nach Deutschland zurückgekehrt. Bei ihrer Einreise wurde sie direkt am Frankfurter Flughafen festgenommen, wurde nach gut einem Monat unter Auflagen aus der U-Haft aber wieder entlassen. Im Sommer erhob die Bundesanwaltschaft Karlsruhe Anklage.

MDR SACHSEN-ANHALT sprach im September 2019 mit Leonoras Vater. Sehen Sie hier das Interview:

Collage von Maik Messing und seiner Tochter Leonora 5 min
Bildrechte: AFP, NDR, MDR, Fabian Frenzel, Florian Leue

Do 19.09.2019 19:00Uhr 04:48 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/burgenland/video-338868.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

MDR/Kathrin Köcher, Cornelia Winkler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT –Das Radio wie wir | 11. Oktober 2021 | 05:00 Uhr

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