Anwohner beklagen Gestank Ärger um Erweiterung der Müllanlage in Steigra

Das Unternehmen Burgenland Ersatzbrennstoff am Ortsrand von Steigra will sich vergrößern und künftig anstatt 80.000 Tonnen Müll pro Jahr 140.000 Tonnen verarbeiten. Einige Anwohner stören sich aber schon jetzt an Gestank und Verschmutzungen.

Ein Schild mit der Aufschrift: Behandlungsanlage BEB
Der Betrieb läuft gut, doch einige Anwohner stören sich an Lautstärke und Geruch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Cornelia und Gunther Rauchfuß wohnen gern in Steigra, dem 550-Einwohner-Ort am Rande des Naturschutzgebiets Unstrut-Triasland. Doch über die Abfallverwertungsanlage ganz in der Nähe ärgern sie sich seit Jahren. "Der Gestank – manchmal kann man wirklich nicht draußen sitzen. In den letzten Jahren ist es wirklich viel schlimmer geworden, auch mit dem Krach", sagt Cornelia Rauchfuß MDR SACHSEN-ANHALT.

Zudem würden sich die LKW, die den Müll anliefern, immer wieder verfahren. "Sie fahren hier durch die Ortschaft, am Kindergarten vorbei und hier hinten – alles kaputt auf den Wegen, die nicht befestigt sind", so die Anwohnerin.

Müllverwertungsanlage soll erweitert werden

Ein LKW vor einem Müll-Berg
Der Standort von Burgenland Ersatzbrennstoff (BEB) in Steigra. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nun hat die Firma Burgenland Ersatzbrennstoff GmbH (BEB), die den Standort Steigra seit 2007 betreibt, eine Genehmigung für die Vergrößerung des Betriebes beantragt. Das hat das dafür zuständige Landesverwaltungsamt MDR SACHSEN-ANHALT bestätigt.

Laut Antrag soll die Kapazität von 80.000 Tonnen auf 140.000 Tonnen pro Jahr erhöht werden und die Lagermenge von 240 Tonnen auf 2.000 Tonnen. Auch sollen die zulässigen Abfallarten erweitert und die Betriebszeit auf Sonn- und Feiertage ausgeweitet werden.

BEB: "Richtlinien strengstens eingehalten"

Wie BEB-Geschäftsführerin Dorothee Seifert auf Nachfrage mitteilte, werden die Produktionsprozesse der Abfallverwertungsanlage durchgehend überwacht und die behördlichen Richtlinien strengstens eingehalten.

Auch die geplante Erweiterung der Produktionsanlage unterliege uneingeschränkt diesen Auflagen. Schon vorliegende Gutachten würden zudem belegen, dass sämtliche vorgegebene Grenzwerte eingehalten werden. Die Erweiterungspläne in Steigra hatte das Unternehmen auf einer Informationsveranstaltung im Mai den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt, ohne dazu verpflichtet zu sein, so die Geschäftsführerin.

Ein junger Mann mit Sakko gibt ein Interview.
Michael Stockhaus ist ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Steigra. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Gemeinde Steigra hat sich laut Bürgermeister Michael Stockhaus auch mit dem Thema beschäftigt. "Die Gemeinde hat schon mehrere Anfragen zur Erweiterung dieser Anlage bekommen und sich mehrheitlich im Gemeinderat gegen die Maßnahme entschieden. Wir sehen noch verschiedenste Punkte nicht sauber abgearbeitet – Brandschutz, Umweltschutz, Emissionswerte", sagt Steigras Bürgermeister.

Entscheidung im Februar 2022

Eine Frau mit Brille gibt ein Interview.
Cornelia Rauchfuß wohnt im 550-Einwohner-Ort Steigra. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Einwände gegen die Erweiterungspläne können die Bürgerinnen und Bürger noch bis zum 22. November in ihrer Gemeinde oder beim Landesverwaltungsamt in Halle vorbringen. Ehepaar Rauchfuß will das auf jeden Fall tun und hofft, dass eine ganz neue Halle gebaut wird. "Mit ordentlicher Filteranlage, mit Schleusen. Dass Ruhe ist, dass es nicht stinkt und dass nichts herumfliegt", sagt Rauchfuß.

Das Landesverwaltungsamt wird die Einwände der Einwohner dann mit der BEB im Januar 2022 in Steigra besprechen. Das Amt erklärte jedoch bereits, dass es für derartige Anlagen zahlreiche Grenzwerte und Bestimmungen gebe. Wenn diese eingehalten würden, müsse eine Genehmigung erteilt werden. Einen Bewertungs- oder Handlungsspielraum habe die Behörde nicht.

Mit einer Entscheidung des Landesverwaltungsamts für oder gegen die Erweiterung kann laut dessen Pressesprecherin im Februar 2022 gerechnet werden.

MDR/Anja Walczak, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. November 2021 | 19:00 Uhr

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