Medizinische Versorgung Krankenkassen zahlen Herzzentren an Kliniken keine Zuschläge mehr

Die Zuschläge als Herzzentrum sind für die Kliniken in Magdeburg, Halle und Coswig vorerst Vergangenheit. Die Häuser verfehlen derzeit die Qualitätsanforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses von Krankenkassen, Ärzten- und Klinikvertretern – weil sie unter der Mindestanzahl jährlicher Herz-OPs geblieben sind. Die herzmedizinische Versorgung bleibt aber uneingeschränkt gewährleistet.

Drei Kliniken in Sachsen-Anhalt sollen keine Zuschläge der Krankenkassen als Herzzentren mehr bekommen. Das hat das Gesundheitsministerium MDR SACHSEN-ANHALT bestätigt. Demnach dürfen sich die Krankenhäuser in Magdeburg, Halle und Coswig aber weiterhin Herzzentren nennen.

Das Gesundheitsministerium bestätigte damit einen Zeitungsbericht, wonach die drei Kliniken derzeit die Qualitätsanforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses von Krankenkassen, Ärzten- und Klinikvertretern verfehlen.

Zu wenige Herz-OPs

Die "Magdeburger Volksstimme" hatte berichtet, dass zum Beispiel die Unikliniken in Magdeburg und Halle unter der geforderten Mindestzahl von 1.500 Herzoperationen pro Jahr geblieben seien. Rüdiger Braun-Dullaeus, Leiter der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Uniklink Magdeburg, sprach auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT von einer "willkürlichen, politischen Festlegung", die vor allem sehr großen Zentren diene.

In Magdeburg werden laut Braun-Dullaeus rund 1.300 Herzoperationen durchgeführt. Die Kardiologie sei "zertifiziert und hochqualifiziert". Wir machen alles bis zum Kunstherz, betonte Braun-Dullaeus. Auch Halle und Coswig kritisierten die geplante Status-Streichung.

Herzmediznische Versorgung nicht eingeschränkt

Der Zeitung zufolge will die Landesregierung in Sachsen-Anhalt zumindest ein Herzzentrum erhalten. Der Magdeburger Kardiologie-Chef Rüdiger Braun-Dullaeus schloss ein gemeinsames Zentrum von Halle und Magdeburg nicht aus.

Die Kliniken hatten bereits Anfang September in einer Pressemitteilung betont, dass sie eine herzmedizinische Versorgung weiterhin uneingeschränkt anbieten.

MDR (Moritz Arand, Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. September 2022 | 06:00 Uhr

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