Steigende Strom- und Gaspreise So wollen Sachsen-Anhalts Hochschulen im Winter Energie sparen

Seit dem 1. September gilt bundesweit eine Energiesparverordnung, um den Gas- und Stromverbrauch zu senken. Auch Hochschulen und Universitäten in Sachsen-Anhalt sind verpflichtet, Energie zu sparen. Wie das gelingen soll – ein Überblick.

Der hallesche Uni-Platz im Morgenlicht.
Wegen ausbleibender Gaslieferungen sind Sachsen-Anhalts Hochschulen und Universitäten zum Energiesparen gezwungen. Bildrechte: MDR/Luise Kotulla

Weil Gaslieferungen aus Russland fehlen, steht Deutschland vor einem Winter, in dem das Gas knapp werden könnte. Damit es nicht soweit kommt, soll der Gasverbrauch hierzulande um 20 Prozent gesenkt werden. Sparmaßnahmen sind dabei neben Privathaushalten auch von öffentlichen Einrichtungen gefordert. Eine Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT zeigt, welche Pläne an Universitäten und Hochschulen im Land derzeit entwickelt werden, um im kommenden Winter Energie zu sparen.

Uni Halle-Wittenberg: Ideen der Mitarbeitenden gefragt

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg folge den Vorgaben der seit 1. September bundesweit geltenden Energieeinsparverordnung, teilte eine Sprecherin MDR SACHSEN-ANHALT mit. So würde die Raumtemperatur in Büros und Hörsälen auf 19 Grad Celsius abgesenkt, Flure und Treppenhäuser blieben unbeheizt.

Gebäude der Martin-Luther-Universität spiegeln sich in der Scheibe eines weiteren Uni-Gebäudes.
An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg werden Büros und Hörsäle im kommenden Winter nur auf 19 Grad Celsius geheizt. Bildrechte: dpa

Wo es hygienisch vertretbar sei, blieben Wasserboiler ausgeschaltet. Die Außenbeleuchtung werde abgeschaltet, die Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik umgestellt und heruntergedimmt. Die Mitarbeitenden der Universität seien zudem aufgerufen, sich an den Energiesparmaßnahmen zu beteiligen, so die Sprecherin. Sie sollen Einsparmöglichkeiten in ihren jeweiligen Bereichen umsetzen und dabei auch eigene Ideen einbringen.

Uni Magdeburg: "Müssen flexibel sein"

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sei man auf den Herbst vorbereitet, man müsse aber aufgrund der Dynamik des Geschehens flexibel bleiben. Daher stünden noch keine konkreten Energiesparpläne fest, so eine Sprecherin der Universität. Maßnahmen wie ein "digitaler Montag" seien derzeit nicht geplant, der Präsenzbetrieb auf dem Campus solle aufrecht erhalten werden.

Hochschule Harz: Seit Jahren auf Sparkurs

Auch die Hochschule Harz in Wernigerode und Halberstadt will die Vorgaben der Energieeinsparverordnung umsetzen. Man sehe dadurch aber wenig Einsparpotenzial, da viele der darin aufgeführten Punkte an der Hochschule seit Jahren umgesetzt würden, teilte eine Sprecherin mit.

Hochschule Harz
Die Hochschule Harz senkt nach eigenen Angaben bereits seit Jahren ihren Strom- und Gasverbrauch. Bildrechte: MDR/Hochschule Harz

Man strebe bereits seit mehr als zehn Jahren an, Klimaneutralität zu erreichen und senke in diesem Zuge ohnehin den Strom- und Gasverbrauch, etwa durch Dämmmaßnahmen, energiesparende Beleuchtung und die Installation von Photovoltaikanlagen.

Hochschule Merseburg: Krisenstab sucht Lösungen

Die Hochschule Merseburg hat einen Krisenstab einberufen, der Lösungen finden soll, um Energie zu sparen, sagte Rektor Markus Krabbes zu MDR SACHSEN-ANHALT. "Wir haben das Glück, dass unser Hauptgebäude erst vor einigen Jahren umfassend saniert wurde und eine gute Energiebilanz aufweist", so Krabbes. Daher sollen im Winter möglichst viele Lehrveranstaltungen im Hauptgebäude stattfinden. Auch ein Umzug von Arbeitsplätzen aus älteren Gebäuden ins Haupthaus und eine Stilllegung älterer Gebäude über die Wintermonate werde diskutiert, sei aber noch nicht beschlossen.

Es werde eine Herausforderung, während der kalten Jahreszeit die Räume regelmäßig zu lüften, um das Risiko einer Corona-Infektion zu senken, und gleichzeitig nicht zu viel Wärme entweichen zu lassen. Hier gelte es, einen geeigneten Mittelweg zu finden, sagte Krabbes. Mittelfristig wolle die Hochschule außerdem großflächig Solarzellen auf den Dächern der Gebäude installieren, um unabhängiger von anderen Energiequellen zu werden.

Hochschule Anhalt: Energiespartipps für Mitarbeitende

An der Hochschule Anhalt arbeitet die Hochschulleitung derzeit an Tipps und Empfehlungen zum Wärme- und Stromsparen für die Mitarbeitenden. So solle künftig wo immer es geht auf künstliches Licht verzichtet und eine Lüftungsregelung eingeführt werden, die angekippte Fenster im Winter vermeidet, teilte eine Sprecherin der Hochschule mit.

Ein großes Gebäude, daneben weist ein Schild auf die Hochschule Anhalt in Köthen hin.
Die Hochschule Anhalt will an ihren drei Standorten in Dessau-Roßlau, Bernburg und Köthen bis zu 15 Prozent Energie einsparen. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Außerdem werde die Temperatur in Fluren, Werkstätten und Sporteinrichtungen gemäß der Energieeinsparverordnung abgesenkt. Mit den verschiedenen Maßnahmen strebe man an, rund 15 Prozent Energie im Vergleich zu früheren Wintersemestern einzusparen.

Hochschule Magdeburg-Stendal: Keine konkreten Pläne

"An der Hochschule Magdeburg-Stendal gibt es derzeit noch keine konkreten Energiesparpläne, die über die bundesweite Energieeinsparverordnung hinausgehen", sagte Sprecher Norbert Doktor zu MDR SACHSEN-ANHALT. Man werde im Laufe des Septembers beraten, ob es zusätzliche Einsparmöglichkeiten gebe. Schon jetzt sei absehbar, dass auf die Hochschule massiv steigende Energiekosten zukämen. Die Hochschule hoffe auf Unterstützung aus der Politik, um diese Kosten tragen zu können, so Doktor.

MDR (Lucas Riemer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. September 2022 | 08:30 Uhr

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