Medienbericht Hundesteuer: Offenbar fehlende Einnahmen in Millionenhöhe

Wer einen Hund hält, muss Hundesteuer zahlen. Das Gesetz ist da eindeutig. Trotzdem prellen viele Halterinnen und Halter in Sachsen-Anhalt offenbar den Staat um die Steuer – was laut einem Zeitungsbericht zu fehlenden Einnahmen in Millionenhöhe führt. Das ist auch schlecht für die Vierbeiner, sagt der Tierschutzbeauftragte.

Ein Hund schaut durch die Gitter der Außenanlage eines Tierheims.
In Sachsen-Anhalt zahlen viele Hundehalter offenbar keine Hundesteuer – obwohl sie das müssten. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt fehlen dem Staat offenbar Einnahmen in Millionenhöhe, weil Menschen keine Hundesteuer zahlen. Das schreibt die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) am Dienstag unter Verweis auf den Tierschutzbund. Demnach sind rund 80 Prozent der Hunde, die in Tierheimen aufgenommen werden, nicht bei den Behörden gemeldet. Es werde einfach zu wenig kontrolliert, kritisiert der Tierschutzbund.

Viele Verstöße bei Kontrollen in Magdeburg

Auch in den Städten, die für das Eintreiben der Steuer zuständig sind, zeigen Stichpunktkontrollen dem Bericht zufolge eine hohe Dunkelziffer. Beispiel Magdeburg: Dort hatte eine Kontrolle im vergangenen Jahr gezeigt, dass 183 Halter ihre Tiere nicht angemeldet hatten – laut MZ also jeder sechste kontrollierte Vierbeiner. Ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte dem Blatt, der Anteil der Verstöße sei verglichen mit einer Kontrolle vor acht Jahren höher ausgefallen.

Dass Hunde bei den Behörden registriert sind, ist auch für die Tiere wichtig, argumentiert Sachsen-Anhalts Tierschutzbeauftragter Marco König. Der MZ sagte er, eine Registrierung könne beim Kampf gegen illegalen Welpenhandel helfen. Wegen der hohen Nachfrage in der Corona-Pandemie seien viele Jungtiere ins Land geschleust worden, die unter "miserablen Bedingungen" gezüchtet worden seien.

Das steckt hinter der Hundesteuer

Dass Hunde in Sachsen-Anhalt gemeldet sein müssen, regelt das Hundegesetz des Landes. Die Anmeldung zur Hundesteuer erfolgt dann automatisch. Eingetrieben wird die Steuer von der Kommune, in der der Vierbeiner gehalten werden soll. Pflicht sind laut Gesetz zudem eine Haftpflichtversicherung sowie ein Transponder, der helfen soll, den Hund dem Halter oder der Halterin zuzuordnen.

Was die Hundesteuer wo kostet

Magdeburg erhebt für den ersten Hund jährlich 96 Euro Steuer, für den zweiten 144 Euro und für jeden weiteren Hund 192 Euro. In Halle kostet ein Hund jährlich 90 Euro, jeder weitere 180 Euro. Dessau-Roßlau erhebt für jeden ersten Hund ebenfalls 90 Euro, Zweithunde kosten 180 Euro und jeder weitere Vierbeiner 192 Euro. In Stendal verlangt die Stadt für jeden ersten Hund 60 Euro, für den zweiten 84 Euro und für den dritten 120 Euro. Für jeden weiteren gehaltenen Hund wird ein Aufschlag von 36 Euro erhoben.

Was gefährliche Hunde an Steuern kosten

Hunderassen, die als gefährlich eingestuft sind, dürfen nur mit Erlaubnis gehalten werden. Für sie ist die Hundesteuer mitunter teurer. Halle verlangt von Haltern für solche Rassen zum Beispiel 720 Euro Steuer jährlich.

Dunkelziffer hin oder her: Sachsen-Anhalt nimmt seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich mehr Hundesteuer ein als zuvor. Hintergrund ist, dass sich mehr Menschen in der Pandemie einen Hund zugelegt hatten. Bereits vergangenes Jahr trieb der Staat rund 11,5 Millionen Euro Hundesteuer ein, meldete das Statistische Landesamt bereits im Juni. Im Jahr zuvor waren es gut 350.000 Euro weniger gewesen.

Bis Juni schon 6,5 Millionen Euro Einnahmen

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres nahm das Land laut dem MZ-Bericht schon rund 6,5 Millionen Euro ein.

MDR (Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. Juni 2022 | 17:30 Uhr

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