Klimaprognose So ändert sich das Klima in Sachsen-Anhalt

Hitzewellen, Überschwemmungen, Orkanböen – Wetterextreme nehmen zu. Forscher zeigen, welche Folgen der Klimawandel in einzelnen Regionen haben könnte. Sachsen-Anhalt droht demnach bis zum Ende dieses Jahrhunderts ein Temperaturanstieg von bis zu fünf Grad.

Thermometer in der Sonne
Klimaprognose: Sachsen-Anhalt droht langfristig ein Temperaturanstieg von bis zu fünf Grad. Bildrechte: imago images/Michael Weber

Sachsen-Anhalt wird bis zum Ende des Jahrhunderts mediterrane Temperaturen erreicht haben – jedenfalls dann, wenn der weltweite Kohlendioxidausstoß nicht sinkt. Das geht aus dem Klimaausblick des Climate Service Centers Germany in Hamburg hervor, das zur Gemeinschaft der Helmholtz-Zentren gehört.

In ihrer Studie betrachteten die Forscher drei Szenarien: starker, mäßiger oder kein wirksamer Klimaschutz. Das Ergebnis: Im schlechtesten Fall könnten die Temperaturen in Sachsen-Anhalt im Jahresmittel um bis zu fünf Grad Celsius steigen. In Halle oder Magdeburg würden dann Bedingungen herrschen wie zurzeit in Rom oder Madrid.

Mehr schwüle Tage und tropische Nächte

Den Berechnungen der Forscherinnen und Forscher zufolge werden damit längere Hitzeperioden mit über 30 Grad und mehr tropische Nächte mit über 20 Grad Tiefsttemperatur wahrscheinlicher. Die Tage mit Eis und Schnee im Winter würden hingegen massiv zurückgehen.

Das Modell mit mäßigem Klimaschutz rechnet mit leicht sinkenden Emissionswerten und einem Temperaturanstieg von drei Grad Celsius. Nur bei effektivem Klimaschutz mit deutlich weniger CO2-Ausstoß könne der weltweite Anstieg auf zwei Grad beschränkt werden, so die Forscher. Das Ziel des Pariser Klimaabkommens von nur 1,5 Grad Erderwärmung werde jedoch in keinem der Szenarien erreicht.

Bei sofortigem und umfassenden Klimaschutzmaßnahmen hätte aber zumindest Sachsen-Anhalt leicht bessere Aussichten: Die Berechnungen ergeben für dieses Szenario einen Anstieg der Durchschnittstemperatur zwischen 0,4 und 1,8 Grad bis Ende des Jahrhunderts.

Keine Region bleibt verschont

Insgesamt hat das Forscherteam für mehr als 400 Gebiete in Deutschland Klima-Kennwerte berechnet.

Es gibt nach unseren Untersuchungen nicht einen einzigen Landkreis, bei dem alles beim Alten bliebe, falls sich die Emissionen weiterhin auf gleichem Level bewegen oder sogar noch steigen würden.

Diana Rechid Klimaforscherin

Die Ergebnisse sollen Bürgern und Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft eine Basis für langfristige Entscheidungen bieten. Die Frage sei, auf welche Veränderungen wir uns auf jeden Fall vorbereiten müssen? Die Wissenschaftler betonen, die steigenden Temperaturen hätten direkte Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Klimawandel trifft den Wald

So würden etwa die Wälder in der Zusammensetzung, in der wir sie heute kennen, zum Ende des 21. Jahrhunderts nicht mehr existieren. Baumarten wie die Fichte könnten nicht überleben. Auch die Buche bekäme Probleme. Das treffe vor allem Waldgebiete wie den Harz, den Schwarzwald, den bayerischen Wald und die Alpenregion, so die Klimaforscher.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben Angaben zum erwarteten Temperaturanstieg in diesem Beitrag am 14. Juli um 10 Uhr präzisiert.

MDR/ Thomas Tasler/ ges/ epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14. Juli 2021 | 07:10 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/bfb4cd00-90d4-4731-a054-a2e6af188b08 was not found on this server.

Mehr aus Sachsen-Anhalt