Landesprogramm gegen Ärztemangel Halle und Magdeburg: 20 angehende Landärztinnen und Landärzte beginnen Studium

In Sachsen-Anhalt nehmen zwanzig weitere angehende Landärzte ihr Studium auf. Sie werden an den Universitäten in Magdeburg und Halle studieren. Knapp 200 Interessierte hatten sich auf die Studienplätze beworben, bei denen die Zeugnisnote nur einen kleinen Aspekt des Auswahlprozesses darstellte.

Hausarzt beim Hausbesuch
Mit einem Landarztgesetz versucht Sachsen-Anhalt, auf den Ärztemangel in den ländlichen Regionen zu reagieren. Bildrechte: imago images / photothek

An Sachsen-Anhalts Hochschulen beginnt in diesen Tagen das Wintersemester. Dabei nehmen auch 20 angehende Landärzte und Landärztinnen ihr Studium auf. Fünf Prozent der Humanmedizin-Studienplätze an den Universitäten in Magdeburg und Halle sind für sie reserviert – also neun in Magdeburg und elf in Halle. Das Interesse an diesen Studienplätzen war groß. In der zweiten Runde hatte es online 192 Bewerbungen gegeben, wie es im Frühjahr hieß.

So funktioniert das Landarztgesetz in Sachsen-Anhalt

Seit 2020 gilt das Landarztgesetz in Sachsen-Anhalt. Es besagt, dass fünf Prozent der Humanmedizin-Studienplätze an künftige Landärztinnen und Landärzte vergeben werden müssen. Die Bewerbenden verpflichten sich, nach Studium und Facharzt-Weiterbildung für mindestens zehn Jahre in unterversorgten oder absehbar unterversorgten Regionen in Sachsen-Anhalt als Hausarzt tätig zu sein. Bewerbungen sind jedes Jahr bis zum März möglich.

Motivation und Erfahrung sind wichtiger als Noten

Die Plätze werden unter anderem nach einem Test zur allgemeinen Studierfähigkeit, der Motivation und Eignung zur hausärztlichen Tätigkeit vergeben. 50 Prozent des Testergebnisses, 40 Prozent Berufserfahrung und 10 Prozent Abiturnote fließen in das Ergebnis ein. Die Studierenden verpflichten sich, nach dem Studium und der anschließenden Facharzt-Weiterbildung für mindestens zehn Jahre in unterversorgten oder absehbar unterversorgten Regionen tätig zu sein.

Frau neben Mann auf Stuhl 7 min
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Grimm-Benne empfängt Studienanfänger

Kurz vor dem Studienstart empfing Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) diejenigen, die sich erfolgreich beworben hatten und erklärte: "Ich bin sehr froh, dass Sie in Sachsen-Anhalt einmal dort praktizieren werden, wo Hausärztinnen und -ärzte fehlen". Unter den 14 Frauen und 6 Männern sind den Angaben zufolge elf "Landeskinder". Die Ministerin ergänzte: "Ich bin sehr froh, dass Sie in Sachsen-Anhalt einmal dort praktizieren werden, wo Hausärztinnen und -ärzte fehlen". Unter den 14 Frauen und sechs Männern sind den Angaben zufolge insgesamt elf, die aus Sachsen-Anhalt stammen.

Woher die künftigen Landärzte kommen

20 Studienplätze wurden an künftige Landärzte und -ärztinnen vergeben. Elf von ihnen kommen aus Sachsen-Anhalt und wollen nach ihrem Studium in der Heimatregion arbeiten. Folgende Orte sind im aktuellen Jahrgang vertreten:

  • Magdeburg (2)
  • Havelberg
  • Halle (4)
  • Merseburg
  • Aschersleben
  • Naumburg
  • Köthen

Kassenärztliche Vereinigung: Bisherige Regelung reicht nicht

Sachsen-Anhalt hatte laut Ministerium als eines der ersten Bundesländer ein Landarztgesetz beschlossen. Im Februar 2020 wurden erstmals Studienplätze im Rahmen der Landarztquote ausgeschrieben. Damals hatte es in der ersten Runde 277 Bewerbungen gegeben, am Ende hatten 13 Frauen und sieben Männer einen Platz bekommen.

Die Hausarztquote kann allerdings nur ein Baustein sein bei der Lösung des Problems: Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Jörg Böhme, sind derzeit 258,5 Hausarztstellen nicht besetzt. Prognosen zufolge erhöht sich die Zahl der offenen Stellen bis 2032 um weitere 260. Perspektivisch müssten mehr Studienplätze geschaffen werden.

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MDR/Oliver Leiste, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. September 2021 | 20:00 Uhr

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