Ab Mitte März Corona-Impfpflicht: Zahnärzte warnen vor Versorgungsengpass

Die Impfpflicht für medizinisches Personal rückt immer näher. Ab Mitte März ist sie vorgeschrieben – auch für Zahnärzte. Doch auch in dieser Berufsgruppe gibt es Vorbehalte und Zweifel. Die Landeszahnärztekammer Sachsen-Anhalt befürchtet, das sich nicht alle impfen lassen werden. Sie warnt: In etwa der Hälfte aller Praxen könnte es deshalb zu Versorgungsengpässen kommen.

beim Zahnarzt
Bei einer Umfrage gaben von den befragten Zahnärztinnen und Zahnärzten rund ein Viertel an, selber nicht geimpft zu sein. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox

Zahnärzte in Sachsen-Anhalt haben angesichts der Impfpflicht im Gesundheitswesen vor deutlichen Versorgungsengpässen gewarnt.

Ein Viertel der Zahnmediziner ungeimpft

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) und die Zahnärztekammer (ZÄK) verweisen in einer Pressemitteilung auf die Ergebnisse einer Umfrage der Zahnärztlichen Nachrichten Sachsen-Anhalt zum Impfstatus in den Praxen im Land. Demnach gaben von den befragten Zahnärztinnen und Zahnärzten rund ein Viertel an, selber nicht geimpft zu sein.

Ungeimpften Ärzten droht Praxisverbot

Ab Mitte März tritt in Deutschland die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht in Kraft. Demnach können die Gesundheitsämter nach einer Einzelfallprüfung ein Betretungsverbot gegen ungeimpfte Mediziner verhängen. Diese dürfen dann gegebenenfalls ihre Praxis nicht mehr betreten und Patienten nicht mehr behandeln. KZV und ZÄK erwarten danach "deutliche Verwerfungen in der zahnärztlichen Versorgung" in Sachsen-Anhalt.

Impfpflicht gilt auch für Praxis-Mitarbeiter

Die Impfpflicht gilt aber auch für die Mitarbeitenden in den Praxen. Wie aus der Studie hervorgeht, sind in den Paxen rund 43,8 Prozent der Teams vollständig, 46,1 Prozent teilweise und 10,1 Prozent überhaupt nicht geimpft.

KZV erwartet massive Einschränkungen

Der Chef der Kassenzahnärztlichen Vereinigung, Jochen Schmidt, sagte, es müsse davon ausgegangen werden, dass bislang Ungeimpfte eher den erlernten Beruf verlassen als jetzt noch der Impfpflicht nachzukommen. In mehr als 50 Prozent der Praxen könne es somit zu spürbaren Einschränkungen der Behandlungskapazitäten kommen.

Praxis-Schließungen nicht ausgeschlossen

Im Januar hatte die Zahnärzteschaft bereits vor möglichen Praxis-Schließungen aufgrund der verordneten Impfpflicht im Gesundheitswesen gewarnt. Die zuständige Kammer in Sachsen-Anhalt schloss das nicht aus – und warnte vor einer Verschärfung des ohnehin schon grassierenden Nachwuchsmangels.

Zahnärzteschaft will Behörden unterstützen

Dabei ist die Arbeitsbelastung in den Praxen seit Beginn der Corona-Pandemie auch aufgrund verschärfter Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen bereits enorm hoch, sagte der Präsident der Zahnärztekammer, Carsten Hünecke laut Mitteilung. Dennoch habe sich die Zahnärzteschaft bereit erklärt, die Impfkampagne der Bundesregierung zu unterstützen.

So arbeiten die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und die Bundeszahnärztekammer in Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Robert Koch-Institut daran, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, damit auch Zahnarztpraxen eigenverantwortlich Impfungen vornehmen können.

Einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt ab Mitte März

Bundestag und Bundesrat hatten wegen der Corona-Pandemie vor einigen Wochen die Einführung einer Impfpflicht für Berufe im Gesundheitswesen beschlossen. Sie gilt ab Mitte März 2022.

MDR (dk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 23. Februar 2022 | 06:00 Uhr

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