Pandemie Diese Corona-Regeln galten ab 13. November in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt galten seit dem 13. November neue Corona-Regeln. MDR SACHSEN-ANHALT fasst die aktuellen Eckpunkte der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes zusammen. Sie galten bis einschließlich 23. November. Neuerungen gab es unter anderem bei der Testpflicht für Pflegekräfte und bei der Maskenpflicht an Schulen.

7-Tage-Inzidenz

In der Corona-Schutzverordnung befindet sich als Kenngröße die sogenannte 7-Tage-Inzidenz. Der Wert beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelten Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. In vorangegangenen Schutzverordnungen in Sachsen-Anhalt waren Lockerungen und Verschärfungen von Regeln an bestimmte Inzidenzwerte geknüpft.

Inzwischen haben sie deutlich weniger Einfluss auf die Regelungen. Die Landkreise und kreisfreien Städte sind aber verpflichtet, bei der Überschreitung bestimmter Grenzwerte wieder Testpflichten für Ungeimpfte einzuführen. Vielerorts ist das in den vergangenen Tagen schon passiert.

Die 7-Tage-Inzidenz in Ihrer Stadt bzw. in Ihrem Landkreis finden Sie hier.

7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen

In der Corona-Schutzverordnung befindet sich als Kenngröße außerdem die 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen. Der Wert beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäusern pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Der Wert wurde in die Vorwarnstufe und in die Überlastungsstufe der Verordnung eingearbeitet. Der Wert ist allerdings auch weiterhin nur in Verbindung mit der Bettenbelegung relevant.

Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz-Hospitalisierung finden Sie hier.

Optionsmodell 2G

Wenn eine der nachfolgenden Einrichtungen den Zugang nur für Geimpfte oder Genesene erlaubt, besteht keine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und zur Einhaltung des Abstandsgebotes. Außerdem gelten dann keine Beschränkungen mehr hinsichtlich der Auslastung der Höchstkapazität. Von der Testpflicht ausgenommen sind zudem Kinder und Jugendliche unter 18, die keine typischen Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 aufweisen, sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Möglich für:

  • Innengastronomie
  • außerschulische Bildungsangebote und Angebote von öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen
  • Angebote von Soziokulturellen Zentren, Bürgerhäusern, Seniorenbegegnungsstätten und -treffpunkten sowie Mehrgenerationenhäusern
  • Tanzveranstaltungen
  • Angebote von Freizeiteinrichtungen
  • Bordelle
  • Volksfeste
  • Beherbergungsbetriebe und touristische Angebote
  • Messen und Ausstellungen
  • Sportstätten


Voraussetzungen:

  • Anmeldung vor Beginn der Veranstaltung oder des Angebots beim zuständigen Gesundheitsamt. Ein Betrieb im 2G-Zugangsmodell ist erst nach der Übermittlung der Anmeldung gestattet.
  • Es besteht für alle Teilnehmer, Kunden, Besucher oder Gäste eine Nachweispflicht der Impung oder Genesung.

Die Regeln ab 13. November

Testpflicht in der Pflege

Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie Behinderteneinrichtungen, die keinen Impf- oder Genesenennachweis vorweisen können, müssen sich künftig täglich vor Dienstantritt testen.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte auf der Landespressekonferenz am Dienstag, ihr Bundeskollege Jens Spahn (CDU) habe die Finanzierung der Tests bereits zugesichert.


Maskenpflicht an Schulen

  • Im Schulgebäude muss u.a. auf den Gängen ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung (Stoffmaske) ist nicht mehr ausreichend. Während des Unterrichts kann der Mund-Nasen-Schutz abgesetzt werden.
  • Die Testfrequenz an den Schulen wird erhöht, um Infektionsfälle frühzeitig zu identifizieren. Alle Schülerinnen und Schüler müssen künftig drei Mal wöchentlich vor Unterrichtsbeginn ein negatives Testergebnis vorweisen.

Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) empfiehlt außerdem auch geimpften Lehrern, sich dreimal pro Woche zu testen.

Großveranstaltungen

Bei Großveranstaltungen im Freien darf der Mindestabstand künftig unterschritten werden, wenn ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Diese Regelung trägt den unterschiedlichen Infektionsrisiken Rechnung und kann den Besuch von Fußballspielen auch bei größerer Auslastung ermöglichen.

Bei Veranstaltungen in Innenräumen gilt aber weiterhin, dass Abstände einzuhalten sind und ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist. Diese Regelungen entfallen, wenn die 2G-Option angewendet wird.

Innengastronomie und Kultur

Nach der bisherigen Regelung konnten Landkreise und kreisfreie Städte festlegen, dass von der Testpflicht bspw. in der Innengastronomie oder beim Zugang zu Kultureinrichtungen abgewichen werden kann (siehe 2G-Regelung). Diese Verordnung soll künftig bei hohem Infektionsgeschehen und einer hohen Belastung des Gesundheitssystems aufgehoben werden.

Das bedeutet: Wenn die 7-Tage-Inzidenz über 100 liegt und gleichzeitig entweder die 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen einen Wert von fünf oder der landesweite Anteil der COVID-Patienten an den belegten Intensivbetten einen Wert von fünf Prozent überschreitet, darf nicht mehr von den Testpflichten abgewichen werden.

Maskenpflicht

Die Maskenpflicht gilt auch weiter grundsätzlich für Fahrgäste im ÖPNV und im Taxi, außerdem im Einzelhandel und beim Friseur. Es müssen entweder medizinische oder FFP2-Masken getragen werden, Alltagsmasken reichen nicht aus.

Reisebusreisen

Künftig genügt es, wenn bei Reisen mit dem Reisebus vor Antritt der Fahrt ein negatives Testergebnis vorgelegt wird. Mit der Regelung soll eine Angleichung an die Testpflicht in Beherbergungsbetrieben vorgenommen werden.

Volksfeste

Die grundsätzliche Untersagung von Volksfesten entfällt. Hintergrund sind der Wegfall der epidemischen Lage von nationaler Tragweite und die angekündigte Änderung im Infektionsschutzgesetz des Bundes.

Weihnachtsmärkte

Besuche von Weihnachtsmärkten sollen auch laut der neuen Eindämmungsverordnung möglich sein. Allerdings muss überall dort ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wo ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Eine 3G- oder 2G-Regelung sieht die Verordnung für Weihnachtsmärkte nicht vor.

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Quelle: MDR/Thomas Tasler

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 09. November 2021 | 17:00 Uhr

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