Landtag Grüne fordern höhere Förderung des Ökolandbaus

In Sachsen-Anhalt sollen auch in den kommenden Jahren Fördergelder für Okölandbau gezahlt werden. Weil sich die Anzahl der Ökobauern aber erhöht hat, könnten die einzelnen Betriebe künftig weniger Mittel erhalten. Deshalb fordern die Grünen nun mehr Gelder für die Ökobetriebe im Land.

Luftaufnahme eines Feldes auf dem ein Mähdrescher arbeitet
Die Regierungskoalition befürchtet, dass ökologische und konventionelle Landwirtschaft in der Frage um Fördergelder gegeneinander ausgespielt werden. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Westend61

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat am Freitag über den Ökolandbau diskutiert. Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen forderte, den Ökolandbau die nächsten Jahren umfangreicher zu finanzieren.

Die agrarpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion Dorothea Frederking erklärte, die Klimakrise sei das größte Problem der Landwirtschaft. Die Agrarwende sei daher auch Selbstschutz für die Landwirte. Ein angeblicher Konflikt zwischen Öko- und konventionellem Landbau sei lediglich "konstruiert".

"Ökolandbau erfüllt gesellschaftliche Aufgaben"

Die aktuell aus einem Landwirtschaftfonds der EU zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) vorgesehenen Fördermittel von 100 Millionen Euro würden für eine auskömmliche Ökoprämie allerdings nicht annähernd ausreichen. Es müssten vielmehr insgesamt 177 Millionen Euro eingeplant werden.

Frederking zufolge ist Ökolandbau zudem auch Dürreschutz und würde gesellschaftliche Aufgaben erfüllen, demnach schützt er die Landwirtschaft sogar.

Mit politischem Willen lässt sich Geld finden.

Dorothea Frederking Bündnis 90/Die Grünen

Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) lehnte den Vorschlag der Grünen ab. Er wiederholte, dass die Förderung des Ökolandbaus in der bisherigen Größenordnung nicht finanzierbar sei.

Förderung in den letzten Jahren erhöht

Bereits Ende Dezember erklärte Schulze, dass man in den vergangenen fünf Jahren enorm viele Anreize für den Ökolandbau geschaffen habe. Die Anzahl der Ökolandbau-Betriebe habe sich daher zwischen 2016 und 2021 stark erhöht. Aus diesem Grund seien die gleichen Förderungen in der gleichen Höhe, wie Schulzes Vorgängerin Claudia Dalbert (Grüne) sie geschaffen habe, nicht mehr finanzierbar, sagte der Minister. 

Es war am Ende nicht ausfinanziert. Das ist die klare Wahrheit.

Sven Schulze (CDU) Landwirtschaftsminister

Sven Schulze
Landwirtschaftsminister Sven Schulze lehnt eine höhere Förderung von Ökolandbau ab. (Archivbild) Bildrechte: Sven Schulze

Schulze und Koalitionsvertreter von SPD und FDP sahen in der Debatte zudem ein Ausspielen von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft. "Wir wollen eine Qualitätsdiskussion sowohl in der konventionellen Landwirtschaft als auch im Ökolandbau", sagte die landwirtschaftliche Sprecherin der SPD-Fraktion, Elrid Pasbrig. Zudem sei der Ökolandbau weniger leistungsfähig als die konventionelle Landwirtschaft: "Wir würden uns von Nahrungsmittelimporten abhängig machen. Das kann nicht nachhaltig sein."

Hintergrund der Debatte ist zudem das Ziel der Bundesregierung, den Flächenanteil des Ökolandbaus bis 2030 auf 30 Prozent auszuweiten. Der Flächenanteil des Ökolandbaus beträgt in Sachsen-Anhalt den Angaben zufolge aktuell rund zehn Prozent.

MDR (Thomas Vorreyer, Thomas Tasler), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 28. Januar 2022 | 14:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/d232d95e-59ec-486d-a15d-847dea8cc750 was not found on this server.

Mehr Politik in Sachsen-Anhalt