Corona-Pandemie LKA Sachsen-Anhalt: Immer mehr Hinweise auf gefälschte Impfnachweise

Die aktuellen Corona-Bestimmungen schränken vor allem Ungeimpfte ein. Zwar ist die Mehrheit in Sachsen-Anhalt geimpft, rund 30 Prozent der Bevölkerung sind es allerdings nicht. Das Landeskriminalamt verzeichnet steigende Zahlen hinsichtlich Nutzung und Handel von gefälschten Impfnachweisen. Mit einer Entspannung der Lage rechnet die Behörde nicht allzu schnell.

Ein Impfpass und ein Smartphone, auf dem die App CovPass läuft
Das LKA Sachsen-Anhalt bekommt immer häufiger Hinweise auf gefälschte Impfnachweise. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt registrieren die Behörden immer mehr Hinweise auf gefälschte Impfzertifikate. Wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilte, stieg die Zahl im vergangenen Jahr von zwei im Mai auf 55 im Dezember. Auch bei Herstellung und Verkauf gefälschter Impfnachweise nahm die Zahl der Hinweise zu. Sie stieg im gleichen Zeitraum von zwei auf zuletzt neun Fälle pro Monat. Hinweise auf im Internet angebotene Impfpässe erhielt die Polizei in ein bis drei Fällen pro Monat.

LKA: Fallzahlen werden nicht schnell sinken

Das LKA rechnet nach eigenen Angaben nicht damit, dass die Fallzahlen schnell sinken. Aufgrund der neuen, strengeren Corona-Bestimmungen mit Einschränkungen vor allem für nicht geimpfte Menschen, könne ein erhöhtes Auftreten gefälschter Impfnachweise nicht ausgeschlossen werden. Laut LKA fallen diese insbesondere beim Ausstellen von Impfzertifikaten in Apotheken auf.

Deutschlandweit variiert die Zahl der Fälle je nach Bundesland zwischen mehreren Dutzend oder mehreren Tausend Fällen im gesamten Jahr 2021.

Härtere Strafen

Im November hatte Sachsen-Anhalts Justizministerin Franziska Weidinger (CDU) härtere Strafen für Impfpass-Fälscher angekündigt. Sie hatte vorgeschlagen, das Delikt strafrechtlich künftig als Urkundenfälschung zu werten. Darauf stehen Strafen von bis zu fünf Jahren Gefängnis. Auch der Versuch ist strafbar.

Der Bund verschärfte die Regeln für gefälschte Impfpässe Ende November mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes – auch, weil die Gesetzeslage zuvor Lücken ließ. Diese wurden geschlossen, das Fälschen von Impfnachweisen kann nun mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafen geahndet werden.

Die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt ist mittlerweile gegen das Coronavirus geimpft. Rund 69 Prozent der Bevölkerung besitzen einen vollständigen Impfschutz, knapp 40 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.

epd, MDR (Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Januar 2022 | 08:00 Uhr

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