Wirtschaft Landwirte sollen Boden von Intel-Baustelle bekommen

Humusreich und zu schade für den Müll: Der gute Mutterboden des Ackers, auf dem der US-Chiphersteller Intel in der Börde bei Magdeburg bauen will, soll verwertet werden. Laut einem Konzept der Stadt Magdeburg sollen Landwirte der Region den ersten Zugriff erhalten. Es geht dabei um hundertausende Tonnen fruchtbarer Erde.

Blick auf eine unbebaute Fläche am Stadtrand von Magdeburg, im Vordergrund ein Baumstumpf.
Von der geplanten Baustelle der Intel-Fabrik sollen Landwirte Boden bekommen. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Der Mutterboden des Ackers, auf dem Chip-Hersteller Intel ab dem kommenden Jahr in der Börde bei Magdeburg bauen will, soll an Landwirte der Region verschenkt werden. Ein erstes Konzept der Stadt Magdeburg sieht vor, dass die Erde Bauern in der Umgebung zur Verfügung gestellt wird. Magdeburgs Wirtschafts-Beigeordnete Sandra Yvonne Stieger erklärte, dass zunächst Landwirte Zugriff auf den Boden hätten. "Erst wenn keine Bedarfe für die Landwirtschaft mehr bestehen, wird er weiteren Interessenten angeboten werden", sagte Stieger. Der Boden in der Börde gilt als der beste in Deutschland.

600.000 Tonnen Erde Börde-Boden

Eine Computergrafik zeigt die in Magdeburg geplante Chipfabrik des US-Konzerns Intel.
So soll die Chipfabrik von Intel aussehen. Bildrechte: picture alliance/dpa/Intel Corporation

Um 30 bis 50 Zentimeter soll der Schwarz-Boden vor Ort planmäßig abgetragen werden, sagte Urban Jülich vom Bauernverband Börde, der in den Prozess eingebunden ist. In der ersten Phase würden schätzungsweise 600.000 Tonnen Erde anfallen, was etwa 24.000 Lkw-Ladungen entspreche. "Da werden gigantische Mengen bewegt, das wird alles über große Dienstleister erfolgen", so Jülich. Dass Landwirte selbst mit ihrem Hänger vorbeifahren, sei utopisch.

Die Verwertung des Bodens bringe den Landwirten derweil langfristig Vorteile. Der Boden passe in die Region, sagte Jülich. Es habe auch Pläne gegeben, den Boden in den Süden Sachsen-Anhalts oder Richtung Brandenburg zu fahren. Dies wäre ein noch viel größerer Aufwand und auch nicht wirklich nachhaltig.

Chiphersteller Intel begrüßt Boden-Verwertung

Intel selbst befürwortete die Pläne. "Wir begrüßen, dass es ein Boden-Verwertungs-Konzept gibt und der Boden weiter verwendet werden soll", sagte Deutschlandchefin Christin Eisenschmid. Nachhaltigkeit sei dem Unternehmen sehr wichtig. Zuetzt hatte das Unternehmen erste Jobs für die Magdeburg-Ansiedlung ausgeschrieben.

Der Bau der beiden geplanten Halbleiter-Werke nahe der Landeshauptstadt soll 2023 beginnen. Das Unternehmen will zunächst rund 17 Milliarden Euro investieren. Der Produktions-Start ist für 2027 angesetzt, erste Tests könnten aber schon 2026 erfolgen.

Mehr zur Intel-Ansiedlung in Magdeburg

MDR (Felix Fahnert), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Mai 2022 | 08:30 Uhr

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