Hoher Krankenstand Corona: Quedlinburg schließt Kreißsaal

Die fünfte Welle der Corona-Pandemie hat das Harz-Klinikum in Quedlinburg voll erwischt. Davon ist auch die Geburtenstation betroffen. Der Kreißsaal ist seit Dienstag geschlossen. Von Hebammen gibt es Kritik.

Neben dem Eingang des Harzklinikums Quedlinburg stehen eine bunte Säule und ein Hinweisschild.
Das Harzklinikum in Quedlinburg Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Das Harz-Klinikum hat die Schließung des Kreißsaals in Quedlinburg verteidigt. Der Sprecher des Klinikums, Tom Koch, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Schließung sei gänzlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. "Wir haben aktuell einen so hohen Krankenstand und Ausfall wegen Quarantänevorschriften wie noch nie in der Pandemie. Wir mussten Stationen schließen, planbare OPs verschieben. Wir haben den Reinigungsdienst reduziert, haben die betrieblichen Transportdienste reduziert, unsere Pathologie und Labor arbeiten unter allergrößten Anstrengungen", so Koch weiter.

Auch in unserer Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe gibt es einen großen Krankenstand.

Tom Koch Kliniksprecher

Ohnehin sei die Schließung des Standorts Quedlinburg bereits seit Ende 2020 geplant gewesen. Damals habe der Aufsichtsrat beschlossen, die Geburtshilfe in Wernigerode zu konzentrieren. Dazu sollte der Standort dort entsprechend ausgebaut werden. Der Ausbau kam jedoch durch die Corona-Pandemie und die gestiegenen Bau- und Materialkosten bisher nicht zustande.

Bisher sei man bestrebt gewesen, sowohl den Kreißsaal in Quedlinburg als auch die Station in Wernigerode zu betreiben. Durch die Personalausfälle sei dies jetzt nicht mehr möglich. Die Kritik mehrerer Hebammen, dass es bereits vor der Pandemie zu wenig Personal gegeben hätte, wies Koch zurück. Man habe zwanzig Hebammen im Haus und zudem ständig die Ärzteschaft in der Geburtenhilfe und der Kinderheilkunde verstärkt.

Kritik von Hebammen

Am Dienstag war der Kreißsaal in Quedlinburg geschlossen worden. In einem offenen Brief hatten daraufhin mehrere Hebammen der Klinik Versäumnisse in der Personalpolitik vorgeworfen. Unter anderem sei nicht die Pandemie Auslöser der prekären Personalsituation. Zudem sei die Schließung in Quedlinburg schlecht kommuniziert worden. Eine sehr gut funktionierende Geburtshilfe in schönen vorhandenen Räumlichkeiten sei vorzeitig beendet, hieß es.

MDR (Thomas Tasler, Dennis Blatt, Mario Köhne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. April 2022 | 16:30 Uhr

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