Mehr Corona-Patienten Zweiter Landkreis will Impfzentren wieder öffnen

Angesichts der steigenden Zahl der Corona-Patienten hat sich der Landrat des Harzes dafür ausgesprochen, die Impfzentren wieder zu öffnen. Man wäre sofort impfbereit. Auch der Altmarkkreis Salzwedel will die Zentren wieder öffnen. Das Gesundheitsministerium von Sachsen-Anhalt hält allerdings an der Schließung fest.

Eine junge Frau impft eine junge Patientin.
Die Impfzentren sind seit knapp einem Monat geschlossen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der Landkreis Harz fordert, die Impfzentren wieder zu öffnen. Landrat Thomas Balcerowski (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man wäre sofort impfbereit: "Ich würde es meinen Bürgern im Harz auch sofort anbieten, weil ich für uns ein ruhigeres Winterhalbjahr haben möchte und nicht mit vielen Todesfällen." Man brauche nur den Startschuss. Der Kreis könne die Beschaffung des Impfstoffes und die Finanzierung allerdings nicht allein schaffen.

Balcerowski äußerte scharfe Kritik am Beschluss der Landesregierung, die Impfzentren geschlossen zu halten: "Wenn Sachsen-Anhalt die Impfzentren geschlossen hält, aber auch die Impfteams nicht wieder los schickt, glaube ich, wäre es ein tödlicher Fehler. Insofern wäre es schön, wenn Sachsen-Anhalt die derzeitige Meinung ändert."

Auch Altmarkkreis Salzwedel will Impfzentren wieder eröffnen

Bereits am Montag hatte sich der Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, Thomas Ziche (CDU), für eine Wiedereröffnung der Impfzentren ausgesprochen. Das Impfzentrum seines Kreises sei im Prinzip im Stand-by-Modus: "Faktisch ist das Impfzentrum noch da. Wir könnten das hochfahren, wir wollen es auch hochfahren."

Der Pandemiestab habe außerdem beschlossen, wieder mobile Impfteams durchs Land fahren zu lassen und "letztendlich jedem, der sie haben möchte, auch eine Impfung anzubieten, unabhängig davon, ob es Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung ist".

Gesundheitsministerin hält an Schließung fest

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte sich allerdings dagegen ausgesprochen und auf Angebote von Hausärzten und mobilen Impfteams verwiesen: "Es gibt viele Möglichkeiten, sich eine Corona-Schutzimpfung geben zu lassen. Vorrangig erfolgen die Corona-Schutzimpfungen und damit auch die Auffrischungsimpfungen über die niedergelassenen Ärzte."

Unterstützung hatte Grimm-Benne vom Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) bekommen, der von einem "riesigen Aufwand" sprach, das Zentrum abzubauen. Nun wieder alles aufzubauen, sei "schweineteuer". Außerdem fehle es an Personal.

Das letzte Impfzentrum in Sachsen-Anhalt hatte am 30. September geschlossen. Seitdem übernehmen mobile Impfteams und Hausärzte die Impfungen gegen das Coronavirus.

MDR/Swen Wudtke, Christoph Dziedo, Max Schörm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. November 2021 | 17:00 Uhr

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