Magdeburg OB Borris: Personalnot Grund für Missstände bei Ausländerbehörde

Lange Wartezeiten, mangelnde Kommunikation und Unfreundlichkeit: Magdeburgs Ausländerbehörde steht aktuell in der Kritik. Oberbürgermeisterin Borris äußerte sich bislang nicht dazu. Nun kommentierte sie die Vorwürfe auf Facebook: Schuld an den Missständen sei Personalnot. Borris ist nach eigenen Angaben an dem Thema dran.

Simone Borris
Oberbürgermeisterin Borris erklärte auf Facebook, sie sei an der aktuellen Lage in der Ausländerbehörde Magdeburg dran. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) hat über das soziale Netzwerk Facebook auf Vorwürfe gegen die Ausländerbehörde der Stadt reagiert. Zuvor hatten Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT aufgezeigt, dass die Behörde wegen Verzögerungen bei Anträgen, mangelhafter Kommunikation und Unfreundlichkeit in der Kritik steht.

Auf Facebook reagierte Borris nun mit ihrem Privatprofil auf kritische Äußerungen eines anderen Nutzers. Sie sei an dem Thema dran, schrieb Borris. "Den Personalnotstand und erfolglose Ausschreibungen aufgrund der Konkurrenzsituation mit Bundes- und Landesbehörden zu bekämpfen, ist herausfordern[d], wenn dann auch auf die ohnehin belasteten Bereiche durch kurzfristige Gesetzgebungen noch erhebliche zeitkritische Aufgaben dazu kommen", erklärte Borris weiter.

Stadt: Behörde hat zu wenig Personal und zu viele Aufgaben

Damit schließt sich Borris einer Stellungnahme an, die die Stadtverwaltung im August veröffentlicht hatte: Die Probleme in der Behörde würden bestehen, weil es zu wenig Personal gebe, das zudem durch Geflüchtete aus der Ukraine zusätzliche Aufgaben zu bewältigen habe. Der Bund habe die Aufgabe, die ankommenden Menschen zu registrieren und sie von der Bundesebene auf die kommunale zu übertragen. Derzeit werde die Behörde umstrukturiert, um künftig schneller arbeiten zu können.

Bislang hatte Borris sich zu den Vorwürfen gegen die Ausländerbehörde nicht persönlich geäußert. Ein Interviewtermin war trotz mehrerer Anfragen von MDR SACHSEN-ANHALT nicht zustande gekommen. Die Pressestelle der Stadt hatte auf die Stellungnahme der Stadtverwaltung verwiesen.

Betroffene fürchten, Arbeit oder Studium zu verlieren

Die MDR-Recherchen hatten gezeigt, dass Betroffene wegen der Missstände bei der Ausländerbehörde Angst haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder ihr Studium beenden zu müssen. Der Syrisch-Deutsche Kulturverein hatte Ende August zu einer Kundgebung vor der Ausländerbehörde aufgerufen.

Von Betroffenen hieß es, Magdeburg sei mit dieser Ausländerbehörde keine gute Anlaufstelle für internationale Fachkräfte. Die Behörde mache Betroffenen das Leben schwer, anstatt sie zu unterstützen. Die Stadt Magdeburg ist seit dem Frühjahr auf der Suche nach internationalen Fachkräften für die geplanten Chipfabriken von Intel.

MDR (Christoph Dziedo, Daniel George, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. September 2022 | 22:00 Uhr

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