Fußboden wird aus England eingeflogen Weltmeister holt die Breakdance-EM nach Magdeburg

Elisa Sowieja-Stoffregen
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Nils Klebe holt im Juli die Breakdance-EM in seine Heimat. Der Magdeburger war mit den Da Rookies selbst zweimal Weltmeister. Da hat er schon besondere Vorstellungen: bei Jury-Besetzung, Bühnenshow und sogar beim Fußboden. Und er hat einen Bonus bei der Suche nach Unterstützern.

Die Da Rookies sind selbst mehrfache Welt- und Europameister. Jetzt veranstaltet ihr Kopf Nils Klebe die EM in Magdeburg.
Die Breakdance-Crew Da Rookies sind mehrfache Welt- und Europameister. Jetzt veranstaltet ihr Kopf Nils Klebe die Breakdance-EM in Magdeburg. Bildrechte: Da Rookies Entertainment

Ein spezieller Fußboden aus England muss es sein: 400 Quadratmeter groß, zum Glück kann man ihn einrollen. Nils Klebe lässt ihn extra für die Breakdance-EM nach Magdeburg einfliegen. "Er ist für die Schuhe stumpf, aber für Klamotten glatt", erklärt er. Ideale Voraussetzungen für Breakdance.

Der Magdeburger hat selbst schon oft auf diesem Boden getanzt. Und er weiß, was Profis im Wettbewerb brauchen. Mit den Da Rookies sammelte er jahrelang begehrte Pokale. Er wurde zum Beispiel zweimal Europa- und zweimal Weltmeister. Nun holt Klebe die Europameisterschaft in seine Heimat, nach Magdeburg. Und da soll alles perfekt sein, sagt er.

Teilnehmer aus der Ukraine brauchen Ausreisegenehmigung

Am 9. und 10. Juli treten die besten Tänzerinnen und Tänzer Europas in der Getec-Arena an. Es ist die erste Breakdance-EM in Mitteldeutschland. Organisator Klebe und sein Team erwarten etwa 300 Teilnehmer.

Die Planung birgt so einige Herausforderungen, erzählt er. Zum Beispiel bei den Teilnehmenden. Es haben sich nämlich auch fünf Tänzer aus der Ukraine angemeldet, drei Männer und zwei Jungen. Aber wegen des Ukraine-Krieges war es nicht selbstverständlich, dass auch alle für den Wettbewerb ausreisen dürfen. "Wir haben letztlich eine offizielle Einladung verschickt, die wie eine Art Visum gilt", sagt Klebe.

Eine der größten Herausforderungen war für ihn die Finanzierung: Hallenmiete, Lizenzgebühren, Bühnentechnik – Perfektionist Klebe hat zum Beispiel riesige LED-Wände geordert. Nicht zu vergessen der Boden aus England. Allerdings hatte das Team bei der Suche nach Partnern und Sponsoren einen Joker: den Namen Da Rookies. "Der hat uns vor allem in Magdeburg so einige Türen geöffnet", erzählt Nils Klebe, der auch Manager der Breakdance Crew ist. So erlasse die Stadt ihnen zum Beispiel die Miete für die Getec-Arena.

Nur fünf Monate Zeit für die Organisation

Von der Stadt sei auch die Idee gekommen, einen internationalen Wettbewerb nach Magdeburg zu holen. Das war 2017, nachdem Klebe und sein Team dort schon die Deutsche Meisterschaft im Breakdance organisiert hatten. Doch die nächsten Austragungsorte standen schon fest. Und dann begann die Corona-Pandemie. Das Angebot, die EM auszurichten, erhielt der Magdeburger vom zuständigen Tanzverband sehr kurzfristig, Ende Februar 2022. Knapp fünf Monate blieben also für Internetseite, Jury, Catering, Pokale, Musikanlage, Hotelkonditionen, Kartenverkauf und so weiter. "Das ist ganz schön knackig", sagt er.

An den Wettbewerbstagen zumindest hat das Team Unterstützung von Ehrenamtlern. Klebe erzählt: "Die Magdeburger Sportsekundarschule schickt ihre Oberstufe zu uns." Die Nachwuchssportler helfen bei Auf- und Abbau, betreuen die Tänzer mit, helfen beim Übersetzen.

Breakdance-Klassiker im Oli-Kino

Als Einstimmung auf die Breakdance-EM zeigt das Oli-Kino in Magdeburg an den Tagen zuvor zwei Klassiker unter den Breakdance-Filmen: Am 6. Juli läuft "Wild Style!" und am 8. Juli "Beatstreet" (jeweils um 19 Uhr). Beide Streifen stammen aus den 1980er Jahren.

Chancen auf eine WM in Magdeburg

Wie gut ein großer Breakdance-Wettbewerb in Magdeburg funktionieren kann, hat die Deutsche Meisterschaft 2017 gezeigt. Laut Klebe kamen damals 2.500 Zuschauer. Ein Jahr zuvor in München seien es nur 500 gewesen. Damit auch die EM ein Erfolg wird, setzt er neben einer großen Bühnenshow auch auf eine hochkarätige Jury, um viele Spitzentänzer anzulocken. "Niels Storm Robitzky zum Beispiel ist das bekannteste Urgestein in der Breakdance-Szene", erzählt Klebe. "Wir sagen immer: Er ist der Pelé des Breakdance." Außerdem will der Magdeburger die urbane Szene mit einbinden – also Sportler, die nicht in Tanzschulen trainieren, sondern etwa auf der Straße oder in Jugendclubs.

Wenn die Europameisterschaft gut läuft, wird Magdeburg vielleicht bald Gastgeber für einen noch größeren Wettbewerb, sagt Nils Klebe: "Wir haben dann die Möglichkeit, 2024 die Weltmeisterschaft auszurichten."

MDR (Elisa Sowieja-Stoffregen)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Juni 2022 | 17:30 Uhr

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