Zukunft der Innenstadt Einzelhandel unter Druck – Angst ums Weihnachtsgeschäft

Schon vor der Pandemie hatten viele innenstädtische Händler mit dem stärker werdenden Online-Handel zu kämpfen. Dieses Problem hat sich durch Corona verstärkt, viele Händler bangen um ihre Existenz. Durch die aktuelle Pandemielage rechnen sie nun damit, dass die Besucher in der Weihnachtszeit rapide abnehmen und die Umsätze erneut wegbrechen werden. Es drohen laut Experten Insolvenzen und Leerstände.

Maskenpflicht in der Fußgängerzone von Leipzig
Durch die aktuelle Coronalage fürchten viele Händler auch zu Weihnachten leere Innenstädte. Bildrechte: IMAGO / Christian Grube

Nach kräftezehrenden Pandemiemonaten bangen viele Einzelhändler in den Innenstädten Sachsen-Anhalts nun auch noch ums Weihnachtsgeschäft. Viele von ihnen kämpfen um ihre Existenz, denn schon vor der Pandemie war die Situation vielerorts angespannt. "Corona wirkt wie ein Katalysator und bringt die unternehmerischen Schwächen der einzelnen stationären Handelsgeschäfte noch deutlicher zum Vorschein", sagte ein Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg. Insbesondere der stärker werdende Online-Handel stelle viele Händler vor Herausforderungen.

Rolf Lay, Mitglied der "Interessensgemeinschaft Innenstadt", meint, dass der Einzelhandel die Kunden nur auf eine Weise gewinnen könne: Jeder Ladenbesitzer sollte eine Antwort auf die Frage parat haben, warum der Kunde noch in die Stadt gehen sollte, wenn er doch bequem online einkaufen könne.

Läden und Innenstädte müssen sich umstellen

Es geht laut Lay um Service, Wohlfühlen, Begeisterung und Beratung. Es gebe noch immer ein starkes Bedürfnis nach menschlicher Nähe und realen Erlebnissen. Doch häufig fehlten nach anderthalb Jahren Pandemie Mittel für Investitionen in die Attraktivität des Geschäfts. Durch den möglichen Verlust der Weihnachtsumsätze drohe nun erneut eine Insolvenzgefahr und damit weitere Leerstände.

Blick über den Hasselbachplatz mit seinen kreuzenden Straßenbahnschienen hinein in die Sternstraße.
Trotz riesiger Bemühungen der Läden und Gastronomen haben viele Innenstädte und Ausgehviertel nicht erst seit Corona mit Problemen zu kämpfen. Bildrechte: MDR/Leonard Schubert

Ein Sprecher des Handelsverbands Sachsen-Anhalt nimmt auch die Stadtplaner in die Pflicht: "Entscheidend ist insbesondere ein vernetzter Ansatz von Handel, Gastronomie, Kultur und Wohn- und Büronutzung in den Städten, kombiniert mit der entsprechenden Verkehrs- und auch Parkinfrastruktur", sagte er.

"Belebung der Innenstädte" im Koalitionsvertrag

Es sei beileibe "keine neue Erkenntnis: Wenn sich das Einkaufsverhalten der Kunden ändert, muss sich der Einzelhandel darauf einstellen", ergänzte ein Sprecher der IHK in Halle. Auch die Stadtplaner in den Rathäusern müssten entsprechend "ihre Hausaufgaben machen".

"Auf die Innenstädte wird ein Strukturwandel zukommen", meint auch Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Er kündigte an, gegebenenfalls Auflagen in Innenstadtsatzungen anzupassen, um das Leben in der Mitte der Stadt zu halten. Es sei durchaus denkbar, Immobilien, in denen bisher Geschäftsläden sind, bei Leerstand zum Teil in Büroräumlichkeiten umzugestalten, so Haseloff weiter. Seitens der Landesregierung ist das Thema "Belebung der Innenstädte" bereits im Koalitionsvertrag verankert.

dpa, MDR (Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 04. Dezember 2021 | 16:00 Uhr

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