Adventszeit Lichterwelt in Magdeburg soll trotz Energiekrise stattfinden

Wegen der Energiekrise sparen viele Orte derzeit bei der Beleuchtung. In Magdeburg soll die Lichterwelt während der Weihnachtszeit dennoch erstrahlen. Das sei gerade jetzt wichtig, erklärt Oberbürgermeisterin Borris. Allerdings werde es voraussichtlich Einschränkungen geben.

Lichterwelt Magdeburg in der Blauen Stunde
Die Lichterwelt in Magdeburg soll im Advent wieder stattfinden. Ein paar Einschränkungen könnte es aber geben. (Archivbild) Bildrechte: Andreas Lander

Die Lichterwelt soll in der Weihnachtszeit wieder in Magdeburgs Innenstadt erstrahlen. Solange die Veranstaltung nicht untersagt werde, werde sie stattfinden, sagte Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) MDR SACHSEN-ANHALT. Gleiches gelte für den Weihnachtsmarkt.

Bei den ganzen sozialen Lagen, die entstehen werden, halte ich es gerade in der Zeit für besonders wichtig, dass man für die Menschen auch was für die Seele vorhält.

Simone Borris (parteilos) Oberbürgermeisterin von Magdeburg

"Ich denke, gerade der Weihnachtsmarkt und die Lichterwelt sind ein ganz wichtiger Aspekt, der gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit einen Hoffnungsschimmer bieten soll", sagte Borris. Das habe man schon im vergangenen Corona-Winter bemerkt. "Bei den ganzen sozialen Lagen, die entstehen werden, halte ich es gerade in der Zeit für besonders wichtig, dass man für die Menschen auch was für die Seele vorhält." Die Stadt werde alles daran setzen, dass die Veranstaltungen stattfinden können.

Im Interview bei MDR um 11 äußert der Geschäftsführer der Magdeburger Weihnachtsmärkte seinen Unmut zum Vorschlag der Deutschen Umwelthilfe:

Lichterwelt soll dennoch Energie sparen

Borris erklärte, die Lichterwelt benötige dank LED-Lampen ohnehin relativ wenig Energie. Sie schätze deshalb die Wirkung, die ein kompletter Verzicht auf den Energieverbrauch habe, als geringer ein als den Effekt, den die Veranstaltung für die Menschen in der Stadt habe. Zudem solle der Domplatz weitreichend beleuchtet sein, um Sicherheit zu gewährleisten und Vandalismus vorzubeugen.

Möglicherweise könnte die Lichterwelt in diesem Jahr allerdings kleiner ausfallen oder nicht so lange stattfinden wie in den Vorjahren. Borris sagte: "Es wird ein paar Maßnahmen geben, die dazu führen, dass die Lichterwelt nicht in der kompletten epischen Breite stattfindet." Das könnte zum Beispiel bedeuten, die Anzahl der Lichtelemente zu beschränken oder die Dauer der Veranstaltung zu verkürzen.

Kritik in sozialen Medien: Geld könnte besser investiert werden

Das Publikum von MDR SACHSEN-ANHALT reagierte auf Magdeburgs Vorhaben, die Pläne für die Lichterwelt aufrecht zu erhalten, in den sozialen Netzwerken mitunter kritisch. Eine Nutzerin kommentierte auf dem Facebook-Kanal von MDR SACHSEN-ANHALT: "Wenn die Stadt so viel Geld für die Lichterwelt übrig hat, kann sie auch die erhöhten Stromkosten der Bürger bezahlen."

Eine andere Nutzerin schrieb MDR SACHSEN-ANHALT auf Instagram: "Irgendwie geben mir beheizte Schulen, offene Theater und Bibliotheken und ein bezahlbarer Nahverkehr mehr Hoffnung, als ein paar alberne Lichter und pappiger Rotwein."

Kritik an üppiger Weihnachtsbeleuchtung kommt auch von der Deutschen Umwelthilfe. Diese ruft dazu auf, nur einen beleuchteten Baum je Gemeinde aufzustellen und auf weitere Festbeleuchtung zu verzichten.

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MDR (Leonard Schubert, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. September 2022 | 19:00 Uhr

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