Mögliche Fusion Uniklinikum und Klinikum Magdeburg: Aufsichtsräte wollen Nachbesserung

Nach dem Aufsichtsrat des Uniklinikums hat nun auch der Aufsichtsrat des städtischen Klinikums eine zentrale Entscheidung vertagt. So bleibt ein Grundlagenvertrag für weitere Verhandlungen vorerst unbewilligt. Die Stadt Magdeburg teilt mit, man wolle einzelne Punkte erneut "intensiv beraten". Zuletzt hatte es mehrfach Probleme bei den Gesprächen gegeben.

Der Aufsichtsrat des Klinikum Magdeburgs sieht bei den Verhandlungen mit dem Uniklinikum der Stadt weiteren Gesprächsbedarf. Das wurde am Donnerstag in einer Sitzung des Gremiums klar. Wie die Stadt Magdeburg MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, sollen nun bis zu einer erneuten Sitzung im Juni einzelne Punkte "intensiv beraten" werden. Details wurden nicht genannt.

Schon eine Woche zuvor hatte sich der Aufsichtsrat des Uniklinikums in dieser Frage ohne Ergebnis auf Mai vertagt. Dabei hatten zuletzt beide Klinika einen gemeinsamen Grundlagenvertrag vorgelegt, der von beiden Aufsichtsräten nun hätte bewilligt werden sollen. Das Papier soll den Rahmen für die weiteren Verhandlungen abstecken. An ihm war rund ein Jahr lang gearbeitet worden.

Gespräche zuletzt von mehreren Problemen geprägt

Klinikum und Uniklinikum wollen in Magdeburg ein gemeinsames "Großkrankenhaus" schaffen. So haben es die Vorstände der Klinika bereits in einem Memorandum festgehalten. 2017 waren Gutachter zu dem Schluss gekommen, dass den Klinika angesichts des Wettbewerbs und der demografischen Entwicklung mittelfristig hohe wirtschaftliche Verluste drohten.

Derartige Verluste erzielen beide Häuser aus verschiedenen Gründen teilweise aber schon jetzt. Am Klinikum Magdeburg wurde auch deshalb Ende 2021 die Geschäftsführung ausgetauscht. Bis zur Corona-Pandemie hatte das Haus erfolgreich gewirtschaftet.

Am Uniklinikum wiederum standen der Ärztliche Direktor und die Kaufmännische Direktorin wiederholt in der Kritik. Am Dienstag machte die Kaufmännische Direktorin öffentlich, dass sie das Uniklinikum spätestens 2023 verlässt. Im Februar dieses Jahres soll sie intern versucht haben, den Wettbewerb mit dem städtischen Klinikum trotz laufender Gespräche weiter zu verschärfen. 

Auf Nachfrage nahm das Uniklinikum damals dazu keine Stellung. Es sei aber "allen Beteiligten bewusst", dass sich beide Häuser in einem Wettbewerb befänden. Ähnlich äußerte sich das städtische Klinikum.

Zwischen den Beteiligten hatte es zuletzt widersprüchliche Angaben über den Stand des Vertragsprozesses gegeben. Auch hatten Diskussionen über die Einbeziehung der medizinischen Fakultät der Uni die Gespräche verlängert.

Gutachten drang auf Fusion zu einem Großkrankenhaus 

Politisch umstritten ist vor allem, wie eng eine Kooperation tatsächlich sein soll und ob am Ende das landeseigene Uniklinikum und das städtische Klinikum ein Haus oder eine gemeinsame Holding bilden.

Ein zweites Gutachten im Auftrag des Uniklinikums favorisiert eindeutig die Bildung eines Großkrankenhauses. Nur dieses könne langfristig die medizinische Versorgung sicherstellen, so die Gutachter. Eine gegenseitige Abstimmung beider Häuser bis hin zu einer fast vollständigen Aufteilung der klinischen Aufgaben zwischen den Standorten, sei hingegen weniger erfolgsversprechend.

In Magdeburg sorgt das auch für Widerspruch. Mitte April hatte sich ein "Freundeskreis Klinikum Magdeburg" gegen die Verhandlungen ausgesprochen. Eine Fusion diene einzig dem Zweck, "das angeschlagene Uniklinikum" auf Kosten des städtischen Partners zu sanieren, hieß es aus dem Kreis ehemaliger lokaler Politiker und Leitungspersonen beider Häuser.

MDR (Thomas Vorreyer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 29. April 2022 | 19:00 Uhr

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