Kooperationsgespräche Klinikum Magdeburg und Uniklinikum nähern sich einander an

Seit Jahren reden das städtische Klinikum und das Uniklinikum in Magdeburg darüber, wie sie enger zusammenrücken können. Nun ist man so weit, den nächsten Schritt für eine Kooperation zu gehen. Dafür suchen auch die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen gemeinsam nach Lösungen. Zu denen gehört offenbar allerdings nicht mehr eine Fusion beider Häuser.

Klinikum Magdeburg
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Nach monatelangem Hin und Her scheinen die Kooperationsgespräche zwischen dem Klinikum Magdeburg und dem Uniklinikum wieder auf einem guten Weg. Wie die Stadt Magdeburg auf Nachfrage mitteilte, ist man mittlerweile so weit, dass die Gesellschafterversammlung des Klinikums einbezogen werden kann. Anschließend soll der Stadtrat informiert werden. Das ist das Ergebnis einer Sondersitzung des Aufsichtsrats vergangene Woche. Details nannte die Stadt nicht.

Fusion wohl endgültig vom Tisch

Eine Option dürfte allerdings vom Tisch sein: eine Fusion beider Häuser zu einem einzigen Großkrankenhaus. Im Mai hatte Magdeburgs künftige Oberbürgermeisterin Simone Borris diese vehement ausgeschlossen. Borris ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums. Als Alternativen zu einer Fusion blieben etwa das Aufeinander-Abstimmen einzelner Fachbereiche zwischen Olvenstedt und Leipziger Straße oder aber das Bilden einer gemeinsamen Trägergesellschaft.

Klinikum und Uniklinikum sprechen seit 2017 über eine engere Kooperation. Aktuell geht es um den Abschluss eines Grundlagenvertrags für die letzten Verhandlungen. Ende letzten Jahres waren die Gespräche allerdings ins Stocken geraten. Aufsichtsräte forderten Nachbesserungen. In beiden Häusern gab es zudem Führungswechsel.

Aufsichtsratschefs trafen sich

Damit es doch noch zu einer Einigung kommt, hat sich zuletzt auch die Politik zusammengesetzt. So traf sich Borris mit Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD), dem Chefaufseher des Uniklinikums. Auch Borris' Stellvertreter und Finanzminister Michael Richter (CDU) nahmen an dem Gespräch teil.

Als sogenannte Maximalversorger bieten Klinikum und Uniklinikum in vielen Bereichen das gleiche medizinische Angebot. Sie konkurrieren damit um Patienten, aber auch Personal. Gutachter hatten ihnen bescheinigt, dass der gegenseitige Wettbewerb für beide existenzbedrohend sei. Beide Häuser schrieben zuletzt deutliche Verluste. Das Uniklinikum Magdeburg verbuchte allein für das Jahr 2021 ein Minus von über 50 Millionen Euro.

Sorgen um Arbeitsplätze

In der Belegschaft des Klinikums fürchtet man angesichts solcher Zahlen einen Personalabbau im Zuge des Zusammenrückens mit dem Uniklinikum. Magdeburgs scheidender Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hatte jedoch Anfang dieses Jahres den Mitarbeitenden eine Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen.

Kooperationen zwischen Krankenhäusern liegen im Trend. In Halle arbeitet das dortige Uniklinikum bereits verstärkt mit den umliegenden Krankenhäusern zusammen.

MDR (Thomas Vorreyer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. Juni 2022 | 07:30 Uhr

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