Ärger um Parkplätze Proteste am Rande des Richtfests für Hyparschale

Annette Schneider-Solis
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In Magdeburg sollen im Zuge der Sanierung der Hyparschale 600 neue Parkplätze entstehen. Am Rande des Richtfests für die denkmalgeschützte Veranstaltungshalle protestierten am Dienstag Dutzende Gegner des Baus der Parkplätze.

Menschen stehen vor der Hyparschale in Magdeburg.
Demonstranten wollen den Bau von hunderten Parkplätzen im Magdeburger Rotehornpark verhindern. Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Mit Transparenten haben am Rande des Richtfests für die Hyparschale am Dienstag rund 50 Menschen gegen den geplanten Bau von 600 Parkplätzen im Magdeburger Stadtpark protestiert. Ein entsprechender Beschluss hatte im Stadtrat vergangene Woche eine Mehrheit gefunden. Einzig die Fraktion Grüne/future hatte dagegen gestimmt.

Nach den Plänen soll das Areal zwischen Stadthalle und Hyparschale zu Parkplätzen umgestaltet werden. Derzeit befinden sich dort zum größten Teil Blühwiesen und Bäume. Etwa ein Viertel der Fläche ist versiegelt, weil dort zuvor die Messehallen standen.

Wenig Verständnis bringt dafür Hartwig Haase von der Initiative Otto pflanzt auf: "Ich habe nichts gegen den Parkplatz, aber ich habe was dagegen, dass Fläche versiegelt wird und dass der Parkplatz so groß wird." Seiner Meinung nach ist es in Ordnung, wenn die bereits versiegelte Fläche umgebaut werde. Ergänzend könne man am Messeplatz einen großen Parkplatz einrichten und einen Shuttleverkehr einrichten.

Keine Kritik an Sanierung der Hyparschale

Unterstützung bekommt er von Renate Fiedler von der Bürgerinitiative Rettet den Stadtpark. "Wir haben nichts gegen die Sanierung der Stadthalle und der Hyparschale", argumentiert sie, "aber man hätte ein normales B-Plan-Verfahren durchlaufen müssen."

Was ist ein B-Plan-Verfahren?

In einem Bebauungsplanverfahren (B-Plan-Verfahren) wird geregelt, was auf einem Grundstück gebaut werden darf. Darin enthalten sind z.B. Informationen zur Nutzung des Grundstücks, der Gebäudehöhe und der Stellung des Gebäudes. Der Bebauungsplan bildet die Grundlage für Baugenehmigungen.

Das allerdings war nicht der Fall, bestätigt Mirco Stage, der Vorsitzende des Bauausschusses im Magdeburger Stadtrat. Er sitzt für die Partei Future im Stadtrat und hatte darauf hingewiesen, dass es sich bei einer Errichtung der Nebenanlagen wie den umstrittenen Parkplätzen nicht um eine Sanierung handelt. Dafür sei ein Bebauungsbeschluss erforderlich.

"Stadtrat hätte bei Gestaltung mitreden müssen"

Von der Stadtverwaltung wurde eine Finanzierungsdrucksache vorgelegt, die von der überwiegenden Zahl der Fraktionen abgenickt wurde. "Hier ist es aber so, dass der Stadtrat mal mitreden muss. Das durfte er zwar zur Finanzierung, nicht aber über die Gestaltung des Areals", meint Stage.

Jürgen Canehl von Bündnis 90/die Grünen kritisiert vor allem die Größe der Fläche, die nun zu Parkplätzen werden soll: "Wir sprechen hier von vier bis fünf Fußballfeldern", hebt er hervor. Die Stadt habe zwar 2019 beschlossen, alle Bauvorhaben auf Klimatauglichkeit zu überprüfen. In dem Fall aber sehe man dafür keinen Bedarf, obwohl hier eine Grünfläche bebaut werden soll.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. Oktober 2021 | 17:30 Uhr

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