Investitionen Chip-Ansiedlungen: Damit überzeugt Sachsen-Anhalt die Industrie

Der US-Elektronikkonzern Avnet will ein neues Werk in Bernburg bauen. Nach Intel ist das eine weitere große Firmenansiedlung in Sachsen-Anhalt. Das Land überzeugt unter anderem mit seinen großen, ebenen Flächen und der guten Infrastruktur. Außerdem schauen viele Firmen angesichts der aktuellen politischen Lage lieber nach Europa als nach Asien. Eine Analyse.

Ein Mann in weißem Overall und Handschuhen steht vor einem transparenten Bildschirm und berührt ihn, der Hintergrund ist gelb.
Der US-Konzern Avnet will in Bernburg ein Werk bauen, in dem Chips für Endkunden programmiert und verteilt werden. (Symbolbild) Bildrechte: Bosch

Zwei Männer und eine Frau schauen in die Kamera
Thomas Ludäscher (Senior Vice President), Roswitha Heiland (Vice President) und Slobodan Puljarevic (President Avnet Emea – Europe, Middle East, Africa, v.li.) stellten am Montag die Pläne ihres Unternehmens in Bernburg vor. Bildrechte: MDR/Sebastian Mantei

Nach dem Intel-Konzern lässt sich ein weiteres US-Unternehmen in Sachsen-Anhalt nieder. Das Elektronik-Unternehmen Avnet hat am Montag die Pläne für sein neues Werk in Bernburg vorgestellt. Machten in den vergangenen drei Jahrzehnten Großinvestitionen meist einen Bogen um Sachsen-Anhalt, so scheint das Bundesland nun besonders attraktiv zu sein.

Große, ebene Flächen

Zum einen besitzt Sachsen-Anhalt viele große, ebene und zusammenhängende Flächen, die sich für Ansiedlungen besonders eignen. Sie wechselten nach der Wende aus dem Besitz der sozialistischen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in den Besitz von Landwirten und Agrarunternehmen. Dabei handelte es sich um ausgedehnte Flächen, die es so kaum noch in Westeuropa gibt. Investoren, die heute große Flächen kaufen wollen, können diese mit wesentlich weniger Aufwand erwerben, als das in den alten Bundesländern der Fall ist, da sie mit weniger Eigentümern verhandeln müssen.

Gute Infrastruktur an Land, zu Wasser und in der Luft

Ein weiterer Grund ist die hervorragende Infrastruktur im Land. Sachsen-Anhalt verfügt über Autobahnverbindungen in alle Richtungen Europas. Das gilt auch für die Wasserwege, die das Land durch das Wasserstraßenkreuz ebenfalls in alle europäischen Richtungen verbinden. Besonders wichtig ist das Luftfrachtftdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle, das für Kunden von Avnet, Intel und Co. sichere und schnelle Lieferketten garantiert. Gerade instabile Lieferketten sorgten in der Vergangenheit bis heute für Lieferengpässe, auch in der Chipindustrie. Investitionen in Europa, nah an den Unternehmen, die diese Halbleiter verbauen, sichern die Produktion und verhindern Produktionsausfälle.

Die veränderte politische Lage, nicht nur durch den Ukrainekonflikt, sondern auch durch die Wirtschaftspolitik Chinas, lassen Investoren heute lieber nach Europa schauen. Deutschland gilt als besonders stabile demokratische Nation innerhalb der EU und sorgt für Sicherheiten auch in Zukunft. Dafür sind Investoren aus dem Ausland bereit, mehr Geld für Personal und Infrastruktur zu zahlen.

Image aufpolieren

Außerdem können internationale Konzerne durch Investitionen in Sachsen-Anhalt ihr Image aufbessern. Das Bundesland gehört zu den Vorreitern bei der Gewinnung nachhaltiger Energien, und genau diese sollen die künftigen Giga-Fabriken auch versorgen. Außerdem sind Land und Kommunen in besonderer Weise bemüht, die Halbleiter-Investoren bei einer Ansiedlung zu unterstützen. Neben Avnet und Intel gibt es schon weitere Anfragen von Chip-Konzernen, die die Ansiedlungsoptionen für sich prüfen.

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MDR (Sebastian Mantei, Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Mai 2022 | 08:30 Uhr

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