Seehausen, Gardelegen, Stendal Impfpflicht im Gesundheitswesen: So ist die Lage in den Krankenhäusern der Altmark

Seit Mittwoch gilt die Impfpflicht im Gesundheitswesen: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gesundheits-Branche in ganz Deutschland müssen gegen Corona geimpft sein. Andernfalls können die Gesundheitsämter entscheiden, dass ungeimpfte Mitarbeiter nicht mehr weiterarbeiten dürfen. Wie die neuen Regeln Krankenhäuser im Norden von Sachsen-Anhalt treffen.

Flaches Gebäude aus rotem Stein mit glasüberdachtem Eingang
Bildrechte: Agaplesion Diakoniekrankenhaus Seehausen

In Seehausen verweigern fünf Mitarbeiter die Impfung. Dirk Herrmann, der Geschäftsführer des Agaplesion-Krankenhauses im altmärkischen Seehausen, hat in den vergangenen Wochen – wie der Personalrat auch – mit Engelszungen auf die bislang ungeimpften Mitarbeiter seines Hauses eingeredet. Das Ergebnis: Nur diese fünf der insgesamt 170 Beschäftigten sind ohne Corona-Impfung.

Sie alle arbeiten in der Verwaltung des Krankenhauses und werden laut Herrmann voraussichtlich ins Homeoffice versetzt. Vor etwa zwei Monaten waren es noch zehn Beschäftigte ohne Corona-Impfung in der Seehäuser Einrichtung. Mit 97 Prozent ist das Krankenhaus im Norden der Altmark das erfolgreichste, was die Impfquote betrifft.

Seehausen: Geschäftsführer für allgemeine statt berufsbezogene Impfpflicht

Porträt Mann mit kurzen Haaren und Brille in Anzug mit blauer Krawatte
Dirk Hermann, Geschäftsführer im Krankenhaus Seehausen. Bildrechte: Agaplesion Diakoniekrankenhaus Seehausen

Dennoch sieht der Geschäftsführer die Impfpflicht für die Gesundheitsbranche kritisch. Dirk Herrmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, eine allgemeine Impfpflicht hätte er eher befürwortet.

Das Stimmungsbild unter den Besuchern und Patienten ist ambivalent. Eine Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT ergab, dass etliche Gäste des Hauses gegen die Impfpflicht sind. Die ungeimpften Beschäftigten müssten sich doch jeden Tag testen, sagte eine Frau, die Sicherheit für die Patienten und Kollegen wäre so doch gegeben. Eine andere Besucherin meinte, jeder hätte das Recht, für sich selbst zu entscheiden, ob er sich impfen ließe oder nicht.

Gardelegen: Schon jetzt angespannte Personal-Situation

Mit 86 Prozent Corona-Impfquote ist das Altmark-Klinikum mit seinen Standorten in Gardelegen und Salzwedel das Schlusslicht. Die Personal-Lage sei ohnehin angespannt im Moment, sagte Sprecherin Yvonne Bolle MDR SACHSEN-ANHALT. Viele Beschäftigte würden wegen anderer Krankheiten fehlen, oder weil sie als Kontaktpersonen in Quarantäne mussten. Würde das Kreis-Gesundheitsamt die ungeimpften Mitarbeiter auch noch abziehen, würde das zu "erheblichen Einschränkungen in allen Klinik-Bereichen" führen.

Im Johanniter-Krankenhaus in Stendal zeigt man sich dagegen entspannt. Auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT sagte Sprecherin Claudia Klupsch, bei einer Impfquote von 92 Prozent hätten die Einsatzpläne für das Personal vollständig und problemlos erstellt werden können. Trotzdem hoffe man, dass das Gesundheitsamt des Landkreises nicht sofort die ungeimpften Mitarbeiter von ihren Arbeitsplätzen verbanne. In der Kreisverwaltung hieß es, die Aufnahme und Prüfung der einzelnen Fälle, die gegen die neue gesetzliche Impfpflicht verstoßen, würde einige Wochen in Anspruch nehmen.

Die Impfpflicht in Sachsen-Anhalt

Seit Mittwoch gilt: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gesundheits-Branche in ganz Deutschland – Alten- und Krankenpfleger, Ärzte, Klinik-Angestellte – müssen gegen Corona geimpft sein und das auch nachweisen können. Andernfalls können die Gesundheitsämter der Landkreise entscheiden, dass ungeimpfte Mitarbeiter nicht mehr weiterarbeiten dürfen.

In Sachsen-Anhalt betrifft das nach Berechnungen des Landes-Sozialministeriums etwa 15.000 Kräfte. Die Landesregierung hat am Dienstag ein Onlineportal freigeschaltet, auf dem Arbeitgeber ihre ungeimpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter melden können.

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MDR (Katharina Häckl, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 16. März 2022 | 06:30 Uhr

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