Altmark Wildpark Weißewarte kommt Rettung näher

Die Hoffnung für den Wildpark Weißewarte wächst. Die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte will den Betrieb mit einer gemeinnützigen GmbH fortführen. Ohne Kosten und Folgen für den Park selbst wird das aber nicht gehen.

Eine Bunte deutsche Edelziege steht im Wildpark Weißewarte im Streichelgehege hinter einem Zaun an dem ein Stopschild angebracht ist.
Aktuell dürfen nur die Tiere in den Wildpark – Besucher nicht. Bildrechte: dpa

Der Wildpark Weißewarte im Landkreis Stendal soll mit einer gemeinnützigen GmbH weitergeführt werden. Das hat der Stadtrat von Tangerhütte am Montagabend beschlossen. Zeitnah soll ein Geschäftsführer und weiteres Personal eingestellt werden. Damit rückt die Rettung des größten Parks dieser Art in Sachsen-Anhalt ein Stück näher.

Noch zwei Wochen zuvor konnte sich der Stadtrat nicht für den Vorschlag von Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) begeistern, zu viele Fragen waren aus seiner Sicht ungeklärt.

Park weiter für Besucher geschlossen

Der Wildpark Weißewarte ist seit einem Monat geschlossen. Hintergrund ist der Vorwurf tierschutzrechtlicher Verstöße. Der Landkreis verwies auf Kontrollen, wonach Krankheiten von Tieren nicht erkannt und nicht behandelt worden seien, woraufhin sie mit Qualen verendet sein sollen. Anfang Dezember ging die Anlage vom Betreiberverein zurück an die Einheitsgemeinde. Sie stellte einen Antrag auf Erteilung einer Zoogenehmigung.

Der Landkreis hatte gedroht, dass die Einrichtung Ende Januar endgültig dichtgemacht wird, wenn sich an der bisherigen Lage nichts ändert. Mit der Gründung der GmbH kann darüber hinaus nun zumindest der Betrieb des Parks rechtlich abgesichert werden. "Ich habe mit städteeigenen GmbH schon gute Erfahrungen machen können", kommentierte der Stadtratsvorsitzende Werner Jakob (CDU) den Ausgang der Abstimmung.

Kosten von rund 300.000 Euro im Jahr

Die Verwaltung geht davon aus, dass monatlich rund 25.000 Euro für den Park aufzubringen sind. Brohm zeigt sich aber zuversichtlich, dass künftig auch wieder Einnahmen kommen: "Die Zahlen der vergangenen Jahre geben eine gewisse Zuversicht", sagte er im MDR-Gespräch. Wichtig sei zunächst, dass der Wildpark wieder öffne. Zuletzt hatten die Eintrittspreise bei 4 Euro pro Erwachsenem und 2 Euro pro Kind gelegen.

Wenn es rein privatisiert werden würde, würden die Eintrittspreise andere Größenordnungen haben als jetzt.

Werner Jacob (CDU), Stadtratsvorsitzender

Darüber hinaus steht auch der Park selbst vor einem Wandel. "Es wird sich vieles verändern müssen", kündigte der Bürgermeister an und sprach von einem "gesunden Schrumpfungsprozess", der nun angestoßen werden müsse. Die Stadtratsentscheidung sei zunächst Arbeitsgrundlage für die nächsten Wochen. Nun würde ein ganz neues Konzept für den Park erarbeitet.

Tangerhüttes Bürgermeister Andreas Brohm steht mit verschränkten Armen vor einem Gebäude und lächelt in die Kamera.
Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) Bildrechte: MDR/Heike Bade

Jetzt geht's erst mal darum, die Kräfte zu konzentrieren: Wie können wir aus dem was da ist, das beste machen? Auch so, dass es nachhaltig funktioniert und nicht zum finanziellen Fiasko für die Einheitsgemeinde wird.

MDR (Bernd-Volker Brahms, André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 21. Dezember 2021 | 06:30 Uhr

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