Umweltamt Sachsen-Anhalt Trockenheit im Sommer bahnt sich bereits an

Laut Landesamt für Umweltschutz in Halle war bereits der Frühling in diesem Jahr zu trocken. Es habe zu wenig geregnet und erste Schäden seien an landwirtschaftlichen Kulturen entstanden.

Ein Traktor fährt über ein Feld und zieht eine Staubfahne inter sich her.
Für die Landwirtschaft war das Frühjahr bereits zu trocken. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt ist in diesem Jahr bereits weniger Niederschlag als üblich gefallen. Das hat das Landesamt für Umweltschutz (LAU) in Halle mitgeteilt. In der Landwirtschaft seien dadurch erste Schäden an den Kulturen entstanden.

Bei anhaltender Trockenheit würden die Schäden nach Einschätzung einer LAU-Sprecherin erheblich werden. Die Grundwasserstände seien nach den Dürrejahren 2018 bis 2020 weiter sehr niedrig. Auch die Flüsse würden sich bereits wieder Tiefständen annähern.

Collage: Freigelegter Domfelsen und Dom in Magdeburg und ausgetrockneter Boden
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß/imago/YAY Images

Wasserqualität nimmt mit sinkenden Pegeln ab

Niedrige Pegelstände führen dazu, dass sich das Wasser stärker erwärmt. Das beeinträchtigt wiederum die Wasserqualität und bedroht das Ökosystem im Gewässer. In zu warmem Wasser breiten sich beispielsweise giftige Blaualgen besser aus.

Die Wasserversorgung der Bevölkerung würde aber auch unter extremen Bedingungen gut funktionieren. Das sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Die Versorgung mit Trinkwasser sei sichergestellt. Einschränkungen seien höchstens lokal zu erwarten.

Das Wassermanagement müsse laut Ministerium aber zur Anpassung an den Klimawandel überarbeitet werden. Wasser solle stärker in der Fläche zurückgehalten werden.

Feuerwehren besorgt

Schon früh in diesem Jahr mussten die Feuerwehren im Land vermehrt zu Wald- und Flächenbränden ausrücken. Die Einsatzkräfte blicken daher mit Sorge auf die kommenden trockeneren Monate. Einerseits ist der Zustand der Ausstattung regional sehr unterschiedlich. "Das geht von gut ausgerüstet bis mangelhaft", sagte der Chef des Landesfeuerwehrverbandes, Kai-Uwe Lohse. Häufig hänge dies an den kommunalen Finanzen.

Andererseits steige die Zahl der Einsätze. "Die Aufgaben sind vielfältig und verteilen sich auf immer weniger Schultern", so Lohse. Es gebe kleine Freiwillige Feuerwehren mit bis zu 450 Einsätzen im Jahr. Das sei schon eine starke Belastung. Mit Blick auf einen heißen Sommer mit zahlreichen Bränden glaube er nicht, dass es besser werde.

Kinder stehen vor einem Feuerwehrauto.
Für die Kinder ist die "Ausbildung" bei der Freiwilligen Feuerwehr Oranienbaum eine spannende Angelegenheit. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Mitgliederschwund gestoppt

Der Rückgang bei den Einsatzkräften ist laut Lohse zumindest gebremst worden. Die Kommunen hätten das Problem erkannt und wieder stärker "mobilisiert". In Sachsen-Anhalt gibt es rund 1.500 Freiwillige Feuerwehren und drei Berufsfeuerwehren. Knapp 32.000 Männer und Frauen engagieren sich ehrenamtlich.

Auch im Nachwuchsbereich seien die Feuerwehren im Land "eigentlich sehr gut" ausgestattet, sagte Lohse. Rund 16.000 Mitglieder gab es 2020 in den Kinder- und Jugendfeuerwehren des Landes. Viele von ihnen gehen laut Lohse aber zwischen 16 und 18 Jahren ab. Von zehn Ehrenamtlichen in dieser Altersgruppe bleibe häufig nur einer der Freiwilligen Feuerwehr erhalten.

dpa, MDR (Julia Heundorf, Fabienne von der Eltz)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Mai 2022 | 08:30 Uhr

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